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Elmshorner Rosen-Rallye blüht wieder auf

Bernd Böing organisiert die neue Rosen-Rallye. Dieses Bild zeigt ihn während des Eifel-Rallye-Festivals beim Probesitzen in einem Porsche 911 mit Rechtslenker

Bernd Böing organisiert die neue Rosen-Rallye. Dieses Bild zeigt ihn während des Eifel-Rallye-Festivals beim Probesitzen in einem Porsche 911 mit Rechtslenker

Foto: Bernd Böing / HA

35 Jahre nach dem letzten Rennen versammelt der Elmshorner Bernd Böing bei der Neuauflage viele Motorsportfreude in Elmshorn.

Elmshorn.  In einem Zeitungsbericht aus dem April 1981 wird die Strecke als 400 Kilometer lang beschrieben, „130 Kilometer davon werden mit Höchstgeschwindigkeit gefahren“. Es war die Zeit der legendären Rosenfahrten, in der Motorsportfreunde aus ganz Deutschland von Elmshorn aus durchs Land rasten. Bernd Böing kann sich noch gut daran erinnern. „Ich habe damals selbst als Fahrtleiter an der Strecke gestanden“, sagt der 67 Jahre alte Elmshorner. 1961 war die erste Rallye gestartet worden, 1983 war der Kreis Pinneberg letztmalig Start- und Zielpunkt der Motorsportveranstaltung. Was geblieben ist, sind vergilbte Fotos von Autos, die mit allen vier Rädern vom Boden abgehoben haben.

Doch nun – das Berufsleben als Computerexperte liegt gerade hinter ihm – arbeitet Motorsportfreund Böing an einer Neuauflage der Rallye in diesem Sommer. Veranstalter ist der Automobilclub Pinneberg im ADAC, Hauptsponsor das Wohnungsbauunternehmen Semmelhaack. Anders als früher soll es nicht mehr um Höchstgeschwindigkeit gehen. „Es wäre heute auch schwer, so etwas genehmigt zu bekommen“, sagt Böing. Stattdessen hat er eine vergleichsweise gediegene Ausfahrt mit Oldtimern geplant. Titel: „Rosenrallye Historic“. Eine Tour für Sonntagsfahrer werde das trotzdem nicht, sagt der Organisator, sondern eine Tour, die den Teilnehmern höchstes Können abverlange. Unterwegs gibt es mehrere Wertungsprüfungen. Böing: „Da müssen Sie beispielsweise 100 Meter in exakt zwölf Sekunden fahren, ohne unterwegs anzuhalten. Das ist die hohe Kunst.“

Am Freitag, 27. Juli, brechen die Fahrer Richtung Nordseeküste auf. Am Abend gegen 18 Uhr kehren die Wagen zurück nach Elmshorn, drehen eine Runde durch die Stadt. Am folgenden Tag geht es dann an die Ostsee und zurück. Zusammengenommen sind das etwa 600 Kilometer.

Bis jetzt haben sich 40 Teams angemeldet. Bernd Böing, der auch Rallye-Legende Walter Röhrl persönlich kennt, ist stolz darauf, dass in Elmshorn bekannte Fahrer am Start sind, etwa Wolfgang Inhester, der 1980 als Beifahrer Achim Warmbolds im Toyota Celica 2000 GT Deutscher Rallyemeister wurde. In Elmshorn wird Inhester selbst am Steuer eines Porsche 911 RS von 1972 sitzen, neben ihm seine Frau Rita.

Bernd Böing hofft, dass die neue Rosenfahrt – einst benannt nach dem damaligen (und heutigen) Sponsor Kordes-Rosen – ein Erfolg wird. Er hat einen Traum: „Dass unsere Rallye für den Norden das wird, was die Milla Miglia für Italien ist.“

Anmeldung: bis So 6.5., Nenngeld 650 Euro pro Team; www.rosenrallye-historic.de