Pinneberg
Quickborn/Hamburg

Zwei Verdächtige – doch wer ist der Täter?

Im Oktober 2016 brannte die Tennishalle in Quickborn nieder

Im Oktober 2016 brannte die Tennishalle in Quickborn nieder

Foto: Georg Wendt / dpa

Im Prozess um Brand der Quickborner Tennishalle werden weitere Zeugen gehört. 24-jähriger Angeklagter beschuldigt einen Freund.

Quickborn/Hamburg.  Wer hat Anfang Oktober 2016 die Tennishalle eines Quickborner Vereins angezündet – Ex-Spieler Tom K. oder sein Kumpel Kenneth K., mit dem er in der Tatnacht unterwegs war? Mit dieser Frage befasste sich am Mittwoch erneut die Große Strafkammer 19 des Hamburger Landgerichts, vor der sich Tom K. seit vier Monaten verantworten muss. Dem 24-Jährigen werden auch zwei Pkw-Brandstiftungen in Hamburg zur Last gelegt. Während des Verfahrens haben sich beide gegenseitig beschuldigt.

Jetzt wurden auf Antrag der Verteidigung zwei junge Frauen als Zeugen gehört – die 19 Jahre alte Lena B., die von März bis Dezember vorigen Jahres mit Kenneth K. liiert war, sowie Luisa K. (20), eine Bekannte des jungen Mannes. Es ging um einen Containerbrand, der auf das Konto von Kenneth K. gehen soll. An diesem Abend waren die beiden jungen Frauen gemeinsam mit Kenneth K. sowie einem Freund in einer Shisha-Bar. Auf dem Weg zur Bushaltestelle, so sagte es Lena B. aus, soll Kenneth K. in der Nähe eines Papiercontainers mit seinem Feuerzeug an einem Papierschnipsel herumgespielt haben. „Er blieb dann kurz stehen und kam kurze Zeit später nach“, so die Zeugin. Genaueres dazu könne sie nicht sagen.

Richter möchte die Beweisaufnahme beenden

Sie bezeichnete ihren Ex-Freund als „größten Lügner, den ich kenne“. Er habe parallel zu ihr heimlich sexuelle Kontakte zu einer weiteren Frau unterhalten. Für die Staatsanwaltschaft ist klar, dass Lena B. von ihrem Ex enttäuscht ist und daher bei ihr eine Belastungstendenz bestehe, sodass ihre Angaben mit Vorsicht zu genießen seien.

Während Lena B. ausführlich zur Nacht des Containerbrandes aussagte, blieb die zweite Zeugin Luisa K. wortkarg. Sie gab an, sich kaum an besagten Abend erinnern zu können. Zwei Anträge des Verteidigers Bernd Rosenkranz, der nochmals Kenneth K. hören wollte, wurden von der Kammer abgelehnt.

Bei der Fortsetzung des Prozesses nächste Woche soll es zu den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung kommen. So machte der Vorsitzende Richter Dr. Graf deutlich, die Beweisaufnahme schließen zu wollen. Jedoch ist nicht klar, ob die Verteidigung weitere Beweisanträge stellt. Tom K. muss sich im Fall der Tennishalle wegen Brandstiftung, für die Pkw-Brände wegen Sachbeschädigung verantworten. Er sitzt seit zehn Monaten in Untersuchungshaft, im Fall einer Verurteilung droht ihm eine mehrjährige Gefängnisstrafe.