Pinneberg
Schenefeld

Henning Venske rechnet zum letzten Mal ab

Wäre wohl auch ein guter Sheriff geworden: der Kabarettist, Schauspieler und Autor Henning Venske, hier bei den Karl-May-Spielen

Wäre wohl auch ein guter Sheriff geworden: der Kabarettist, Schauspieler und Autor Henning Venske, hier bei den Karl-May-Spielen

Foto: Christian Charisius / picture alliance / dpa

Mit dem Programm „Summa Summarum“ kommt der Kabarettist auf seiner Abschiedstour im März auch ins Schenefelder Forum.

Schenefeld.  Eigentlich ist es gemein, Henning Venske sowie Al Bano und Romina Power in einem Atemzug zu nennen – nur weil alle drei auf Abschiedstour gehen, ansonsten haben sie natürlich nahezu nichts gemeinsam. Aber der Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller teilt ja selbst auch gern aus. Gerade erst hat er in seinem satirischen Jahresrückblick den SPD-Vorsitzenden Martin Schulz als „personifizierten deutschen Fachkräftemangel“ und Julia Klöckner als „sprechenden Vanillepudding der CDU“ vorgestellt. So kennen und mögen Venskes Fans den 78-Jährigen, der scharfzüngig herrschende Verhältnisse und Missstände aufspießt. Er schont dabei weder die seiner eigenen eher linken Gesinnung nahestehenden „politischen Pappfiguren“ noch die der anderen Seiten. Dummheit ist für ihn keineswegs eine Frage der Parteizugehörigkeit. „Nicht die Politik verdirbt den Charakter, sondern miese Charaktere verderben die Politik“, ist Venske überzeugt.

Wenn der Hamburger Anfang März mit seinem Abschlussprogramm „Summa Summarum“, begleitet von seinem eher stoischen Akkordeonspieler Frank Grischek, ins Forum nach Schenefeld kommt, könnte durchaus etwas Wehmut aufkommen, denn so viele Kabarettisten, die als Mahner und Aufrüttler historisch fundiert die Gesellschaft abscannen, gibt es nicht mehr.

Wer soll den Lobbyisten in Zukunft den Spiegel vorhalten, wenn wie im vergangenen Jahr geschehen, ein verarmtes Ehepaar aus München angeklagt werden sollte, weil sie aus einem Altglascontainer Pfandflaschen im Wert von 1,44 Euro mitgehen ließen, während die ehemalige SPD-Politikerin Christine Hohmann-Dennhardt als Abfindung für ihren Abschied aus dem VW-Vorstand 13 Millionen Euro einstrich? FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff hatte dagegen einer Not leidenden Alleinerziehenden empfohlen, sich doch mal eine Immobilie zu kaufen. Venskes Vorschlag: „Es wird höchste Zeit, den sozial Schwachen eine Ausbildung zu Besserverdienenden zu ermöglichen.“

Henning Venske „Summa Summarum“ Mittwoch 7. März, 20 Uhr, Forum Schenefeld, Achter de Weiden 30, Karten zu 16 bis 24 Euro im Juks Schenefeld und an der Abendblatt-Konzertkasse im Stadtzentrum Schenefeld, Kiebitzweg1