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Kreis Pinneberg

Mordanklage gegen 21-jährigen Elmshorner

Der Prozess wird vor dem Landgericht Itzehoe verhandelt

Der Prozess wird vor dem Landgericht Itzehoe verhandelt

Foto: Carsten Rehder / picture alliance / dpa

Der Täter soll sein Opfer schwer misshandelt und im Kofferraum eingesperrt haben. Der Prozess soll im April beginnen.

Elmshorn.  Es war eine Autofahrt, die das Opfer nie vergessen wird – und die dem Täter vermutlich mehrere Jahre hinter Gittern einbringen wird: Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat Anklage wegen versuchten Mordes gegen einen 21 Jahre alten Elmshorner erhoben. Ihm werden außerdem Freiheitsberaubung, Nötigung, Körperverletzung sowie Sachbeschädigung vorgeworfen. Die Polizei hatte den Vorfall der Öffentlichkeit verschwiegen.

„Ausgangspunkt war ein Streit zwischen dem Angeklagten und seinem männlichen Opfer“, sagt Peter Müller-Rakow, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Aus welchem Grund die beiden Personen auf der gemeinsamen Autofahrt am 1. November 2017 in Elmshorn in Streit gerieten, will Müller-Rakow nicht preisgeben. Der Streit artete jedoch schnell aus – und er wurde für das Opfer zur regelrechten Tortur.

Laut Anklage versetzte der 21-Jährige dem Kontrahenten im Fahrzeug zunächst mehrere Schläge und brachte im Anschluss das Handy des Opfers an sich, das er zerstörte. Daher lautet die Anklage auch auf Sachbeschädigung.

Als nächstes soll der 21-Jährige sein Opfer unter Androhung weiterer Schläge gezwungen haben, sich in den Kofferraum zu legen. Er fuhr dann mit dem Pkw an einen anderen Ort und zwang den Bekannten, auszusteigen. Anschließend prügelte er erneut mehrfach auf das Opfer ein, das er im Anschluss an einen dritten Ort brachte.

Dabei soll es sich nach Abendblatt-Informationen um die Liether Kalkgrube in Klein Nordende gehandelt haben. Dort soll der Angeklagte mit den Worten „Ich habe jetzt nichts mehr zu verlieren“ auf den Bekannten losgegangen sein. „Laut Anklage kam es zu einem Würgevorgang“, so Müller-Rakow weiter. Aus dieser Handlung leite die Anklagebehörde den Vorwurf des versuchten Mordes ab. Nach Abendblatt-Informationen soll der Angeklagte auch auf sein Opfer uriniert haben. Dazu will sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Dem Opfer gelang trotz der massiven Misshandlungen letztlich die Flucht. Nach der Anzeige bei der Polizei wurde der 21 Jahre alte Täter festgenommen. Am 2. November erließ ein Amtsrichter gegen den Elmshorner einen Haftbefehl. Er wartet seitdem in einer Untersuchungshaftanstalt auf seinen Prozess vor dem Landgericht Itzehoe, der voraussichtlich im April beginnen wird.