Pinneberg
Wohnwirtschaft

Bezahlbarer Wohnraum: Hochhäuser die Lösung?

Die SPD will eine Quote für bezahlbare Wohnungen in Uetersen

Die SPD will eine Quote für bezahlbare Wohnungen in Uetersen

Foto: Angelika Warmuth / dpa

SPD Uetersen empfiehlt, mit Quoten für günstige Wohnungen bei künftigen Neubauten zu planen. Verband plädiert für mehr Wohngeschosse.

Kreis Pinneberg.  Die Rosenstadt Uetersen braucht dringend neuen bezahlbaren Wohnraum, der Markt ist abgegrast. Die Stadt wäre somit gut beraten, sich zu öffnen, eventuell mit Quoten für bezahlbaren Wohnraum bei allen künftigen Neubauten zu planen, so wie dies in anderen Städten bereits Usus ist. Dieser Ansicht sind SPD-Ratsherr Dieter Schipler und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann. Der Druck am Wohnungsmarkt nehme zu, die Kommunen müssten reagieren. Doch dazu bedürfe es eines generellen Umdenkens in den Stadträten.

Die Rosenstadt sei bei dem Versuch, den Druck am Wohnungsmarkt zu lindern, eigentlich auf einem guten Weg gewesen, sagt Schipler. An der Jahnstraße sollte ein Neubau mit 35 öffentlich geförderten Wohnungen entstehen. Die Pläne für ein neues Hochhaus der Pinnau Wohnungsbaugemeinschaft waren weit gediehen. Selbst die strittige Frage um die Höhe des Gebäudes sei letztlich einvernehmlich gelöst worden. Die CDU hatte sich lange gegen das Projekt gewehrt, weil sie kein siebengeschossiges Gebäude an der Jahnstraße bauen wollte. Letztlich sei der Bau dennoch an der CDU/BfB-Mehrheit im Stadtrat gescheitert. Das Argument: In der Nähe des Hauses könnte in nicht näher definierter Zukunft der Sportplatz neu gebaut werden. Dann könne der Lärmpegel für Anwohner zu hoch sein.

Dennoch: Die Idee, künftig wieder verstärkt in die Höhe zu bauen, trifft auch beim Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen VNW auf Widerhall. Laut VNW-Direktor Andreas Breitner könnte der Bau von Hochhäusern mit bezahlbaren Wohnungen helfen, die Wohnungsnot in besonders nachgefragten Gebieten, wie der Metropolregion Hamburg zu mindern.

„Ich plädiere im Norden für eine Renaissance des Hochhauses“, so Breitner. Es könne durchaus sinnvoll sein, in Städten zehn- oder zwölfstöckige Gebäude zu errichten. Gerade in besonders nachgefragten Städten könne so auf knapper werdendem Baugrund mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. „Ich fordere daher Länder und Kommunen im Norden auf, die baurechtlichen und -planerischen Voraussetzungen zu schaffen, um den Bau von Hochhäusern stärker zu unterstützen“, sagt der VNW-Direktor.

Dass Hochhäuser mit bezahlbaren Wohnungen eine Verschandelung der Landschaft mit sich ziehen würden, sieht Breitner nicht. Vielmehr würden solche Bauten Raum für wichtige Grünflächen erhalten.

Etwa 20.000 Wohnungen müssten laut dem SPD-Politiker Thomas Hölck im Kreis Pinneberg bis 2030 gebaut werden. 16.000 Wohneinheiten müssten jährlich in Schleswig-Holstein entstehen, darunter mindestens 5000 sozial geförderte Wohnungen.

Der Wegzug vom Land in die Städte gehe unvermindert weiter, unter anderem wegen der medizinischen Versorgung und der städtischen Schulangebote, so Rossmann. Gerade junge Familien, die oftmals geringere Einkommen haben, benötigten finanzierbaren Wohnraum in den Städten.

„Durch den stetigen Zuzug steigt aber der Preis am Markt“, sagt Rossmann. Wünschenswert wäre es nach seiner Ansicht, wenn der Bund Quoten für bezahlbaren Wohnraum vorgeben könnte. In der Praxis sei das aber nicht drin, so Rossmann. „Der Bund hat keine Kompetenz das festzulegen, es ist letztlich Verhandlungssache in den Kommunen.