Pinneberg
Aktion

Pinneberg: Anbaden, ohne nass zu werden

Gagel (v.l.), Bri­gitta Höpp­ner, Flo­rian Huber und Marion Inge Otto-Quoos

Gagel (v.l.), Bri­gitta Höpp­ner, Flo­rian Huber und Marion Inge Otto-Quoos

Foto: Anne Dewitz / HA

Die Künstlergruppe Feine Menschen lädt zur skurrilen Aktion am Sonntag, 28. Januar, in den Pinneberger Stadtwald Fahlt.

Pinneberg.  Nein, eine Badekappenpflicht soll es an diesem Tag nicht geben. Und nass wird auch niemand – es sei denn, es regnet. Das verspricht die Kunstgruppe Feine Menschen. Dahinter stehen die vier Künstler Gagel, Flo­rian Huber, Bri­gitta Höpp­ner und Marion Inge Otto-Quoos, kurz mioq.

Ihre Wirkungsstätte Pinneberg haben sie vor zwei Jahren kurzerhand in einen Kunstkur.ort verwandelt und mit der Urkunde an Bürgermeisterin Urte Steinberg einen offiziellen Anstrich gegeben. Ein entsprechendes Ortseingangsschild soll im Frühjahr im Fahlt aufgestellt werden. „Mit Kunst im öffentlichem Raum gesund werden und bleiben lautet unser Motto“, sagt Marion Inge Otto-Quoos. Die Konzeptkünstlerin und die Fotokünstlerin Gagel, die ihren Vornamen für sich behält, haben die Künstlergruppe 2013 ins Leben gerufen. Malerin Bri­gitta Höpp­ner kam wenig später dazu.

Nun folgt der nächste Streich der Kreativen. An.baden heißt die Aktion am Sonntag, 28. Januar. Im winterkahlen Wald laden sie „Brückengeher, Trockenschwimmer, Bademantelträger und Handtuchwerfer ins Kunstkur.freibad“ in den Fahlt. Kulturmanager Stefan Dupke wird eine Rede halten.

Dreigeteilt ist die Aktion und dreht sich um Kunstrettung, Kunsterholung und Kunsturlaub. Es geht um Installationen an der Mühlenbrücke, darum, in Kunst zu baden. Ein symbolischer Akt mit viel Humor und Absurdität. Viel mehr an Details wollen die vier, darunter drei Kulturpreisträger, nicht verraten. „Besucher erfahren zum Beispiel, warum sie im Urlaub das Handtuch werfen“, sagt Florian Huber.

Der gelernte Forstwirt und Sozialpädagoge kam als Autodidakt zur Kunst, war schon Mitglied des Vereins Internationaler Waldkunst in Darmstadt. Er hatte Ende 2017 bei der Aktion Ab.baden als Bademeister über Megafon Anweisungen erteilt. Ihm geht es in einer zunehmenden Ellbogengesellschaft darum zu zeigen, wie Kunst rettet. „Gefangene in Konzentrationslager überlebten, weil ihnen Kunst Hoffnung schenkte“, sagt Gagel. Nicht umsonst verbiete jede Diktatur zuerst die Kunst. „Kunst ist Überlebensmittel.“

Mit ihren Aktionen wollen die vier freischaffenden Künstler Gedankenspiele initiieren. Es geht um feine Zwischentöne. Die Gruppe kooperiert mit dem Pinneberg Museum. Dort soll eine zur Aktion passende Postkarte angeboten werden.

Aktion An.baden: So 28.1., 14 Uhr, Treffpunkt Bahnhof/Treppe zum Fahlt, frei