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Für Pinneberg wird 2018 zum Jahr des Wandels

Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg

Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg

Foto: Andreas Daebeler / HA

Vor Pinneberg liegen aufregende Monate: neuer Busbahnhof, die Westumgehung und dann ist da noch eine Bürgermeisterwahl.

Pinneberg.  Nördlich der Bahngleise wächst ein neuer Busbahnhof. In Eggerstedt wird ein Jugendzentrum hochgezogen. Nicht zu vergessen, was auf einer Länge von 2,8 Kilometern geschieht – die Westumgehung ist das wichtigste Infrastrukturprojekt der vergangenen Jahrzehnte. Für Pinneberg wird 2018 das Jahr, in dem die Bagger (weiter-)rollen. Sogar der seit Jahren gesperrte Innenhof der Theodor-Heuss-Schule, dessen Zustand für viel Ärger gesorgt hat, soll in diesem Jahr freigegeben werden. Und dann ist da noch der 9. September, ein Sonntag, der Tag, an dem der wichtigste Job im Pinneberger Rathaus vergeben wird. Ob Bürgermeisterin Urte Steinberg, die erneut kandidiert, noch Konkurrenten bekommt, dürfte sich in den ersten Monaten des Jahres 2018 zeigen.

A Neuer Bahnhof: Die Stadt Pinneberg und die Bahn arbeiten bei der Entwicklung des Bahnhofsumfelds Hand in Hand. In einer Lenkungsgruppe werden die Arbeiten koordiniert. Die Stadt, die das Umfeld der Station gestaltet, legt schon mal kräftig vor. Der nagelneue Omnibusbahnhof nördlich der Gleise entsteht bereits seit dem vergangenen Jahr. Freigegeben wird der Busbahnhof, der den Fahrern erheblich mehr Platz zum Manövrieren bietet, voraussichtlich noch im ersten Quartal. Zudem soll 2018 mit dem Bau der neuen, mindestens fünf Meter breiten Fußgängerunterführung nebst Aufzug begonnen werden. „Im September will die Bahn loslegen“, sagt Bürgermeisterin Urte Steinberg. Das Konzept sieht vor, 2019 das historische, 1848 erbaute Empfangsgebäude zu sanieren. Einzelhandel soll Platz finden. Bei der Bahn wird mit einer Bauzeit von zweieinhalb bis drei Jahren gerechnet. 2020 könnte mit der Umgestaltung des nördlichen Vorplatzes begonnen werden, im selben Jahr mit der Entwicklung auf der anderen Seite der Gleise. Die Bahn rechnet damit, dass Unterführung und Aufzüge etwa zwölf Millionen Euro verschlingen werden. Fürs Servicegebäude werden sechs Millionen Euro veranschlagt. An der Finanzierung der Bahnhofsvorplätze nebst Omnibusstation ist die Stadt beteiligt, wobei etwa sechs Millionen Euro verbaut werden.

B Neuer Stadtteil: Auch jenseits der Bahngleise soll sich schon 2018 etwas tun. Dort wird ein neuer Stadtteil entstehen. In Regie der Hamburger Investoren Matrix werden südwestlich der Bahnlinie drei- bis fünfgeschossige Gebäude mit rund 360 Wohneinheiten hochgezogen, die Politik besteht auf einen Anteil von 20 Prozent öffentlich geförderten Wohnraums. Auf dem einst von den Ilo-Motorenwerken genutzten Areal entstehen rund 75.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, wovon ein Drittel für Gewerbe vorgesehen ist. Anfang 2018 sollen erste Arbeiten auf dem ehemaligen Gelände der Motorenwerke beginnen. Ab 2019 geht es an den Hochbau. Mühlenauquartier nennt die Stadt den neuen Stadtteil, der auf 2,4 Hektar Fläche entsteht. Steinberg will „diesen zentralen Bereich nachhaltig zum Positiven entwickeln“.

C Neuer Jugendtreff: Grund zur Freude werden 2018 die Kinder und Jugendlichen im Süden der Kreisstadt haben. In Eggerstedt wird nach 20 Jahren im Containerprovisorium ein neuer Jugendtreff entstehen. „Wir wollen im April eröffnen, es geht momentan zügig voran“, sagt Rathauschefin Steinberg und freut sich darüber. In der Straße An der Raa entsteht ein hölzerner Neubau mit einer Nutzfläche von 200 Quadratmetern. In 15 Räumen gibt es Platz für die Kinder und Jugendlichen. 360.000 Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand. Derzeit laufen bereits Arbeiten im Inneren des Gebäudes.

D Schulbau: Die Theodor-Heuss-Schule ist nur ein Beispiel für die vielen Baustellen an Bildungseinrichtungen in Pinneberg. Wenn im ersten Quartal der seit vielen Jahren gesperrte Innenhof der Schule nach abgeschlossener Sanierung freigegeben werden kann, schließt sich für Bürgermeisterin Steinberg, vor allem aber für Schüler und Lehrer ein dunkles Kapitel. „Natürlich atme ich auf, wenn wir das Thema abgeschlossen haben“, sagt die Verwaltungschefin. Sie geht davon aus, dass an der Datumer Chaussee noch im Februar ein weiterer Bauabschnitt in Angriff genommen werden kann – die Sanierung des Oberstufentrakts an dem Gymnasium. Und auch an der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental gehe es voran. Dort werde noch im ersten Quartal der neue Verwaltungstrakt fertiggestellt. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen bei den Sanierungsmaßnahmen an der GuGs ist ein weiteres Ziel der Verwaltung, das Gelände in 2018 komplett zu überplanen. „Das alles belegt, dass die Stadt Pinneberg erfolgreich bei der Aufarbeitung der ausstehenden Aufgaben im Schulbau ist“, sagt Bürgermeisterin Steinberg.

E Neue Kindertagesstätte: In Pinnebergs Norden muss eine neue Kindertagesstätte entstehen – so viel ist klar. Schließlich hatte die evangelische Kita am Ostermannweg 2017 wegen Baufälligkeit geschlossen werden müssen (wir berichteten). „Aktuell suchen wir eine zentrale Übergangslösung für die Kinder“, so Steinberg. Die Kosten eines Neubaus werden auf 2,5 Millionen Euro geschätzt, die Bauzeit auf zwei bis drei Jahre. Ob die Stadt weiterhin mit der Kirche zusammenarbeiten wird, ist offen. Auch andere Träger können sich als Betreiber eines Kindergartens im Norden der Kreisstadt bewerben. „Wir schauen uns derzeit Grundstücke an, die als Standort in Frage kommen“, so die Bürgermeisterin.

F Finanzen: Das Thema Finanzen bleibt 2018 zentral. Schließlich ist die Stadt Pinneberg noch immer mit ihren Jahresbilanzen im Rückstand. Urte Steinberg hat einen klaren Zeitplan vorgegeben. Demzufolge wird die Bilanz für 2013 im April auf dem Tisch liegen. Im August 2018 soll dann der Jahresabschluss für 2014 präsentiert werden. Immerhin hat Pinneberg es Ende 2017 tatsächlich einmal geschafft, einen Etat für 2018 einstimmig auf den Weg zu bringen. „Ich hoffe auf die Genehmigung des Haushalts im Februar“, sagt Steinberg. Dann könnten geplante Investitionen angeschoben, Bauarbeiten – etwa an den Schulen – rechtzeitig vor dem Sommer ausgeschrieben werden.

G Sportentwicklungsplan: Mit großer Spannung erwarten Politiker die Ergebnisse der 2017 angeschobenen Sportentwicklungsplanung. Ergebnisse sollen laut Steinberg noch im ersten Quartal 2018 präsentiert werden. Aus dem Plan, für den sämtliche Sportstätten im Stadtgebiet unter die Lupe genommen werden, wird sich ergeben, wie hoch der Sanierungsstau ist. Erste Hinweise auf nötige Investitionen gibt es bereits. So verfügt etwa die Jupp-Becker-Halle derzeit über keine funktionierende Tribüne.

H Westumgehung: Das größte und wichtigste Infrastrukturprojekt der Stadt Pinneberg steht derweil vor dem Abschluss. Der 2015 begonnene Bau der Westumgehung soll bis Ende 2018 weitgehend beendet sein. Die Brückenbauwerke stehen bereits. Zuletzt war bekannt geworden, dass die neue Straße, die den Wedeler Weg mit der Autobahnauffahrt Pinneberg-Nord verbinden soll, 1,1 Millionen teurer wird als noch Mitte 2017 prognostiziert. Freigegeben werden soll die 32 Millionen Euro teure Umgehung Ende 2018.

I Bürgermeisterwahl: Dann wird auch klar sein, ob Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg eine zweite Amtszeit zugestanden wird. Sie stellt sich erneut zur Wahl. Von möglichen Gegenkandidaten ist noch keine Spur. Klar ist: Am 9. September werden die Bürger an die Urnen gerufen. Sollte eine Stichwahl nötig sein, würde die am 23. September über die Bühne gehen. Nach ihrer Strategie befragt, gibt sich Urte Steinberg noch zurückhaltend. „Der Wahlkampf ist für mich noch weit weg, aber ich hoffe auf Unterstützung der politischen Fraktionen.“

J Parkstadt: Bei der Entwicklung der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne zur Parkstadt will Steinberg auf jeden Fall vorankommen. Sie setzt weiterhin auf den Bildungscampus, hinter dem der Hamburger Träger Wabe steht. Nach dem Bau der Privatschule solle 2018 das entscheidende Grundstücksgeschäft für den Bau einer geplanten Akademie für Erzieher abgeschlossen werden. „Sie arbeiten sich Stück für Stück voran“, ist Steinberg von den Planern überzeugt.

K Ernst-Paasch-Halle: Weniger vollmundig geht es zu, wenn die seit Jahren diskutierte Umgestaltung der Ernst-Paasch-Sporthalle zu einem Kulturzentrum zur Sprache kommt. „Wir werden einen Bericht zum Sachstand vorlegen“, ist Steinberg zu entlocken. Mehr nicht.