Pinneberg
Agenda 2018

Die Stadt Barmstedt ist im Neubau-Fieber

Heike Döpke ist seit fünf Jahren Bürgermeisterin von Barmstedt

Heike Döpke ist seit fünf Jahren Bürgermeisterin von Barmstedt

Foto: Burkhard Fuchs

An der Düsterlohe, ehemalige Geno-Mühle, Feuerwache, Bücherei – zahlreiche Neubauprojekte sind im neuen Jahr geplant.

Barmstedt.  Nach einigen Jahren des stadtplanerischen Stillstands will die Stadt Barmstedt trotz eines Schuldenstandes von 21,2 Millionen Euro im neuen Jahr in die Vollen gehen. Zahlreiche Bauprojekte stehen auf der Agenda.

1 Düsterlohe: In der Düsterlohe sollen auf einer zwei Hektar großen, früheren Baumschulfläche, die die Stadt gekauft hat, 28 neue Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern errichtet werden. Die Baugrundstücke kosten 200 Euro je Quadratmeter. Zugleich plant die Stadt dort einen neuen Kindergarten für zwei Millionen Euro zu schaffen, der 50 Kinder betreuen soll. Der Standort der Kita könnte noch an das 4000 Quadratmeter große Eckgrundstück Düsterlohe/Große Brunnenstraße verlagert werden. Dort gibt es ein denkmalgeschütztes Amphitheater, das der Kreisjugendring nebenan gerne für Veranstaltungen nutzt.

2 Feuerwache: Für den Ankauf eines Grundstücks, auf dem die Feuerwache für bis zu 5,2 Millionen Euro neu gebaut werden kann, hat die Politik Geld in den Etat eingestellt, aber noch nicht freigegeben. Die Stadt ist auf der Suche nach einem neuen Standort mit einer Fläche von 6000 Quadratmetern, auf dem sich der Bau realisieren lässt und die Vorgaben des Lärmschutzes eingehalten werden. Die 45 Jahre alte Feuerwache platzt aus allen Nähten, und ein Gutachten rät davon ab, diesen Altbau zu sanieren.

3 Stadtvertretung: Weil die Stadt Barmstedt seit der Kommunalwahl 2013 die 10.000-Einwohner-Grenze überschritten hat, wird die nächste Stadtvertretung auf jeden Fall größer sein als die bisherige. Künftig wird sie mindestens aus 23 und nicht mehr wie zurzeit aus 19 Stadtvertretern bestehen. Dafür wird es bei der Kommunalwahl am 6. Mai auch erstmals zwölf statt vorher fünf Wahlbezirke geben müssen. Aus diesem Grund benötigt die Verwaltung noch zusätzliche Wahlhelfer.

4 Bücherei: Die rund 50 Jahre alte Stadtbücherei, auf 280 Quadratmetern untergebracht im Erdgeschoss eines Hochhauses am Holstenring, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Deshalb ist ein Neubau in zentraler Lage geplant. Die neue Bücherei soll 680 Quadratmeter groß sein und über einen Fahrstuhl verfügen.

5 Schlossinsel: Das unter Denkmalschutz stehende historische Gebäudeensemble auf der Schlossinsel soll systematisch saniert werden. Das Land hat die ersten 70.000 Euro bewilligt, damit die alten Fenster im Museum erneuert werden können. Auch eine Behindertentoilette muss dort dringend gebaut werden. Anschließend soll dafür ein neues Nutzungskonzept erarbeitet werden. Ein Ideenwettbewerb hat zahlreiche Vorschläge für das Areal mit Herrenhaus, altpreußischem Gerichtsschreiberhaus, Amtsgericht, Gefängnis und Remise gebracht. Bürgermeisterin Heike Döpke, die auch dem Vorstand des neuen Fördervereins Schlossinsel angehört, hält eine Kleinbahn, die die Innenstadt mit der Schlossinsel verbindet, für die beste Idee.

6 Awo-Kindergarten: Der Kindergarten der Awo im Heederbrook mit 60 Kindern, der gerade brandschutztechnisch aufgerüstet wurde, muss barrierefrei umgebaut werden. Dafür sind 250.000 Euro vorgesehen.

7 Mühle: Die 100 Jahre alte Genossenschaftsmühle an der August-Christen-Straße, die seit 30 Jahren ungenutzt verfällt, wird von einem Investor aus Bad Schwartau komplett restauriert und entkernt und in ein Ärztehaus verwandelt. Rundherum entstehen 76 seniorengerechte Wohneinheiten in mehreren viergeschossigen Gebäuden.

8 Gewerbegebiet: Nördlich des Friedhofs an der Lutzhorner Landstraße soll endlich das geplante neue Gewerbegebiet geschaffen werden. Als Partner will die Stadt dafür die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WEP des Kreises Pinneberg ins Boot holen, an deren Holding sie jetzt beteiligt ist. Etwa ein Dutzend Betriebe könnte sich dann auf diesem zehn Hektar großen Areal ansiedeln.

9 Altersheim: Ein plötzlicher Wasserschaden stoppte die positive Entwicklung des letzten kommunal geführten Altenpflegeheims am Rantzauer See. Statt eines positiven Betriebsergebnisses, das erstmals hätte eingefahren werden können, müssen die Mitgliedskommunen Barmstedt und umliegende Dörfer jetzt doch zunächst 134.000 Euro Verlust abdecken.

10 Sporthalle: Im Frühjahr 2018 soll das Amtsgericht Itzehoe endlich feststellen, wer Schuld an dem Wasserschaden der 2012 für 5,5 Millionen Euro neuen Doppelsporthalle in der Schulstraße hat. Ein Bewertungsgutachten liegt vor, das den Schaden auf etwa eine Million Euro veranschlagt.

11 Energieeffizienz: Barmstedt will sich als energieeffiziente Kommune präsentieren und Fördergeld dafür einwerben. Auch ein Leitbild soll dafür entworfen werden. Viele Straßenlaternen an Reichen-, See- und Moltkestraße sind mit energiesparender LED-Beleuchtung ausgestattet. Und es gibt sechs Stromtankstellen.

12 Fischaufstiegshilfe: Der Bau der Fischaufstiegshilfe in der Krückau am Rantzauer See soll nun nach jahrelangen Planungen mit einem 600.000 Euro teuren Bau verwirklicht werden, der zu 90 Prozent von der EU bezahlt wird.

13 Amt Rantzau: Im Amt Rantzau werden 55 Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser angeboten, 27 davon allein in Bokholt-Hanreder, Ortsteil Offenau. Mit den Erschließungsarbeiten wird demnächst begonnen

14 Ellerhoop plant, den Kindergarten von 40 auf 60 Plätze zu vergrößern, und will dafür etwa eine Million Euro investieren. Baubeginn ist im Frühjahr.

15 Internet: Für acht seiner zehn Amtsgemeinden möchte das Amt Rantzau ähnlich wie das Amt Hörnerkirchen schnelles Internet mit Glasfaserleitungen schaffen. Förderzusagen von 3,4 Millionen Euro von Bund und Land liegen vor. Das deckt 75 Prozent der Kosten ab. Es läuft das Bieterverfahren.

16 Amt Hörnerkirchen: Finanziell geht es dem Amt Hörnerkirchen gut. 2015 und 2016 schlossen mit 400.000 Euro Überschuss ab. Für 2018 übernimmt das Amt die Kosten für die Trinkwasserhygiene im Schulbereich, um die Gemeinden zu entlasten.

17 In Brande-Hörnerkirchen sollen auf einer zwei Hektar großen Fläche an der Rosentwiete und hinter der Kirche 27 Einfamilienhäuser gebaut werden.

18 In Westerhorn, wo der alte Bahnhof aufwendig restauriert wird, soll auf dem Gelände des Lindenhofs, einer Gaststätte, eine Bike-and-ride-Anlage gebaut werden. Die Gemeinde hat das Objekt für 200.000 Euro gekauft.