Pinneberg
Selbsthilfegruppe

Wenn zuckende Beine einem den Schlaf rauben

Jürgen Schmidt will Selbsthilfe für „Restless Legs“-Betroffene initiieren. Mittwoch ist erstes Treffen in Elmshorn

Jürgen Schmidt will Selbsthilfe für „Restless Legs“-Betroffene initiieren. Mittwoch ist erstes Treffen in Elmshorn

Foto: Burkhard Fuchs

Elmshorner gründet eine Selbsthilfegruppe gegen die Restless-Legs Krankheit, um sich mit Leidensgenossen auszutauschen.

Elmshorn.  Acht Jahre lang konnte er nicht richtig schlafen, erzählt Jürgen Schmidt von seiner Leidensgeschichte. Ständig wurde er wach und fand keine Ruhe, weil dem Elmshorner seine zuckenden und kribbelnden Beine schwer zu schaffen machten. Millionen andere Bundesbürger teilen dieses Schicksal, das sich neudeutsch „Restless Legs“, also ruhelose Beine nennt. Um sich mit Leidensgenossen auszutauschen, welche Medikamente und Ärzte ihnen helfen, lädt Schmidt für den morgigen Mittwoch zum ersten Treffen einer Selbsthilfegruppe in das Florazentrum nach Elmshorn ein. Von 15 bis 18 Uhr will er dort an der Schulstraße 46-50 mit ihnen darüber sprechen, wie er sich helfen konnte und wie andere mit dieser schweren Krankheit zurecht kommen können.

Ärzten und Betroffenen fehlt es an Informationen

„Vielen Patienten fehlt die richtige Information“, hat Schmidt in Gesprächen mit Betroffenen gehört. Auch viele Ärzte seien nicht aufgeklärt oder weigerten sich, die Heilmittel zu verschreiben. Bei ihm selbst sei das ein Opiat, das ihm der zuständige Arzt eines Schlaflabors gegeben habe, bei dem er vor wenigen Monaten endlich Erlösung fand, sagt Schmidt. Nun nehme er jeden Abend zwei Tabletten und könne durchschlafen. Das war all die Jahre zuvor undenkbar.

Experten schätzen, dass bis zu zehn Prozent der deutschen Bevölkerung von diesen „Restless-Legs“-Syndrom betroffen sind, das ihnen nachts den Schlaf raubt. In ganz schlimmen Fällen treten die Symptome sogar tagsüber auf, weiß Schmidt. Im Kreis Pinneberg fehle bislang eine solche Anlaufstelle für Betroffene. Darum möchte er diese Selbsthilfegruppe künftig alle drei Monate in Elmshorn zusammenrufen, um dort über Fragen zu dieser Krankheit zu beraten. Welche Erfahrungen haben andere gemacht? Welche Hilfsmittel nehmen sie? Fühlen sie sich von ihren Ärzten ausreichend unterstützt? Diese Fragen möchte er in dieser Runde besprechen.

Auch den Kontakt zum Bundesverband, der Deutschen Restless Legs Vereinigung in München, stellt er her. „Mir tun die armen Leute leid, die so unter dieser Krankheit leiden und sich nicht zu helfen wissen.“ Kontakt: Jürgen Schmidt, E-Mail: juka.schmidt@online.de, Telefon: 04121/26 97 60.