Pinneberg
Uetersen

Neuer Wahnsinn aus dem Leben eines Lehrers

Sönke Zankel präsentiert sein neues satirisches Buch in der Uetersener Stadtücherei

Sönke Zankel präsentiert sein neues satirisches Buch in der Uetersener Stadtücherei

Foto: Fabian Schindler / HA

Sönke Zankel lehrt am Ludwig-Meyn-Gymnasium und präsentiert sein neues satirisches Buch in der Uetersener Stadtücherei.

Uetersen.  Sönke Zankel, Lehrer am Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen, kennt die angenehmen und nicht so angenehmen Seiten des Schullebens. Eine unangenehme Seite, so Zankel, kann es beispielsweise sein, als Lehrer versetzt zu werden. Sogar vom Gymnasium an eine Hauptschule...

Nicht wenige Pauker fürchteten einen sozialen Abstieg, der damit einhergeht. Vom Hochplateau des Bildungswesens ab in die Kanalisation, übertrieben ausgedrückt. Solche Ängste greift Lehrer Zankel nun in einem Buch auf. In Uetersen liest er am Dienstag, 12. Dezember, daraus vor.

„Smartphone ist ein Menschenrecht – Wahnsinn Schule“, heißt das neue satirische Werk des 44-Jährigen. Im Fokus steht ein Referendar, der am Gymnasium einer fiktiven Kleinstadt im kuriosen Kampf gegen die Obrigkeit in die Rolle des Schul-Hoffnungsträgers gedrängt wird, ohne dass dieser es überhaupt will.

Zankel sagt, er hätte statt seiner Satire auch eine sachliche Abhandlung zum Wahnsinn des Schulalltags verfassen können. „Aber Kunst trifft die Realität manchmal besser als ein Sachtext.“ Und die Satire sei zuweilen die beste Waffe im literarischen Kampf gegen eine durchgedrehte Welt. Ohnehin sei es gut, mal über sich selbst zu lachen. Und die Ängste des Bürgertums vor einem gefühlten sozialen Abstieg ließen sich mit einer Prise Humor auch viel besser darstellen als mit einem erhobenen, mahnenden Zeigefinger.

Doch nicht nur Lehrer, auch Eltern und Kinder seien betroffen, sagt Zankel. Das fange schon bei der Wahl der Kita und der ersten Schule für Kinder an. Da werden sogar Wohnadressen geändert, damit das Kind auch ja auf diese und keine andere Schule komme. Denn die andere Schule, die sei was für Rüpel und Verlierer.

Ein irrer Konkurrenzkampf entstehe, alle ordneten sich ein in ein selbst auferzwungenes gesellschaftliches Erwartungsbild. Schülern und Lehrern blieben bei solch erstickenden Rahmenbedingungen kaum Entfaltungsmöglichkeiten. „Gerade Schüler sollen auch mal Fehler machen dürfen“, sagt Zankel. Fehler seien Teil eines Lernprozess. Und über viele Fehler dürfe auch mal gelacht werden.

Lesung: „Smartphone ist ein Menschenrecht“, Dienstag, 12. Dezember, 18 Uhr, Stadtbücherei Uetersen, Berliner Straße 17. Eintritt 5 Euro. Ticketverkauf in der Bücherei.