Pinneberg
Kreis Pinneberg

Gelbe Tonnen gibt es im Kreis erst ab 2020

Lothar Löser möchte auch in Quickborn endlich die gelbe Tonne wie in Hamburg haben

Lothar Löser möchte auch in Quickborn endlich die gelbe Tonne wie in Hamburg haben

Foto: Burkhard Fuchs

Neu-Quickborner wundert sich, dass gelbe Säcke im Gebrauch sind und es nicht wie in Hamburg die festen Wertstoffbehälter gibt.

Quickborn/Kreis Pinneberg.  Lothar Löser ist genervt. Der erst vor zwei Jahren von Hamburg nach Quickborn umgezogene Arzt versteht das Abfallentsorgungssystem im Kreis Pinneberg nicht. Vor allem der Verpackungsmüll ärgert ihn. Den müsse er in diese gelben Säcke pressen, sagt er, die ständig aufplatzten und sich so bei dem starken Herbstwind überall auf der Straße und den Rabatten verteilten. Wenn nicht sogar noch Hunde, Katzen und Mäuse daran nagten.

Als alleinerziehender Vater von zwei Heranwachsenden füllten sich die Säcke mit Verpackungsmüll praktisch von allein. „In Hamburg hatten wir dafür die gelben Tonnen. Warum gibt es die nicht auch hier in Quickborn? Das ist doch grober Unfug“, wundert sich Löser. Seine Beschwerden bei Stadt und Kreis seien bislang auf Unverständnis gestoßen.

Warten auf das neue Verpackungsgesetz

In Quickborn sei das „kein großes Problem“, sagt Volker Voß aus dem Ordnungsamt. Aber es gebe schon einen erhöhten Reinigungsbedarf nach den Gelben-Sack-Einsammlungen. Auch in der Kreisverwaltung gingen deshalb „vereinzelt“ Beschwerden ein, sagt Kreissprecher Oliver Carstens, weil die Tüten aufrissen oder die gelben Säcke durch die Gegend flögen. Der Bedarf an gelben Säcken sei groß. Allein der Bürgerservice im Kreishaus in Elmshorn würde jede Woche 100 Rollen gelbe Säcke kostenlos an die Bürger ausgeben, so Carstens. Auch auf Kreisebene gibt es den Wunsch, die gelben Tonnen einzuführen. Doch das allein auf eigene Kosten zu machen, würde „einige Millionen Euro kosten, die auf die Abfallgebühren umzulegen wären“, sagt Carstens.

Aus diesem Grund warten die Verantwortlichen auf das neue Verpackungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, sagt Jens Ohde, Geschäftsführer der Gesellschaft für Abfallbehandlung, die der Kreis Pinneberg mit der Abfallentsorgung betraut hat.

Derzeit würden zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den Trägern des Dualen Systems dafür die Rahmenbedingungen verhandelt, die dann bundesweit gelten würden, erklärt GAB-Geschäftsführer Ohde. Dann solle auch endlich geklärt sein, ob Wertstoffe wie Metalle zusammen mit dem Verpackungsmüll über dieses System entsorgt werden können. Die Kosten würde dann der Verbraucher über die Verpackungsverordnung an das Duale System zahlen.

Für den Kreis Pinneberg könnte ohnehin erst zum 1. Januar 2020 die gelbe Tonne eingeführt werden, so Ohde. Solange liefen noch die Verträge für den gelben Sack.