Pinneberg
Kreis Pinneberg

Ein literarisches Hohelied auf den Landkreis

Elke Ferro-Goldstein (v.r.), Martin Musiol, Joachim Frank und Jutta Haar vom Kreiskulturverband mit der ersten literarischen Textsammlung über den Kreis Pinneberg

Elke Ferro-Goldstein (v.r.), Martin Musiol, Joachim Frank und Jutta Haar vom Kreiskulturverband mit der ersten literarischen Textsammlung über den Kreis Pinneberg

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Kreiskulturverband gibt zum Jubiläum des Kreiskulturzentrums Drostei in Pinneberg eine Textsammlung mit 43 Beiträgen heraus

Kreis Pinneberg.  Der Kreiskulturverband hat das erste Buch mit literarischen Texten aus und über den Kreis Pinneberg herausgebracht. Die Sammlung, zusammengestellt anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Drostei, wird im Rahmen von fünf Lesungen vorgestellt, bei der „Wortreich Pinneberg umkreist“ wird. Ein „schöner Eindruck der literarischen Flora des Kreises Pinneberg“, wirbt die Schriftstellerin und Kreiskulturpreisträgerin Nikola Anne Mehlhorn für die Sammlung mit 43 Kurzgeschichten.

Sechsköpfige Jury sichtete Einsendungen

Hohe Ziele verfolgten einige Mitglieder des Kulturverbandes, als sie sich vor drei Jahren zu einer „Ideenschmiede“ zusammenfanden. Das Jubiläum der Landdrostei müsste groß gewürdigt werden. Da kam die Idee einer ersten literarischen Anthologie des Kreises gerade recht. Es bildete sich ein harter Kern, um das Projekt zu realisieren. Vorsitzende Elke Ferro-Goldstein bekennt freimütig, dass sich alle nicht vorgestellt hätten, wie viel Arbeit in diesem Projekt stecke.

Unter dem Arbeitstitel „Pi schreibt ein Buch“ wurde im Spätsommer 2016 ein Aufruf gestartet. Gesucht wurden Kurzgeschichten von maximal 2000 Wörtern Länge, die einen thematischen Bezug zum Kreis Pinneberg haben. Sachtexte, Essays oder Lyrik waren nicht erlaubt. Mitmachen durften Profis und Hobby-Schriftsteller, die einen biografischen Bezug zum Kreis Pinneberg haben. Pro Autor war nur eine Einsendung erlaubt. Ein Honorar, so wurde von Anfang an klar gemacht, war nicht zu erwarten. „Nur weil sich alle ehrenamtlich eingebracht haben, war das Projekt überhaupt zu realisieren“, sagt die Vorsitzende des Kulturverbandes.

Eine sechköpfige Jury aus „Autoren und Viellesern“ wurde gebildet, so Joachim Frank. Der Prisdorfer ist pensionierter Deutschlehrer, Autor zahlreicher Bücher und wurde von der Jury zum Vorsitzenden bestimmt. Anders als in Jurys, die große Literaturpreise vergeben und in denen das starke Geschlecht dominiert, wurde das Pinneberger Gremium paritätisch mit drei Männern und drei Frauen besetzt.

Die Texte wurden nach der Einreichung gesammelt und anonymisiert an die Jurymitglieder verschickt. Nach literarischen Kriterien sollte entschieden werden, doch es stellte sich heraus, dass andere Gesichtspunkt ebenfalls eine Rolle spielten, so Elke Ferro-Goldstein. Die verschiedenen Genres wurden berücksichtigt, Krimis, Historisches und Plattdeutsches. Offensichtlich jugendliche Autoren sollten mit ihren Texten eine Chance bekommen.

Ein ganzes Wochenende nahm sich die Jury Zeit für die Beurteilung. Bei manchen Texten lagen die Meinungen eng beieinander, bei anderen lagen die Positionen weit auseinander, berichtet Martin Musiol. Um die Diskussionen nicht ausufern zu lassen, wurde eine zeitliches Limit gesetzt. Manche Entscheidung wurde vertagt. Nie sei es jedoch dazu gekommen, dass der Juryvorsitzende mit seiner Meinung den Ausschlag gab, wie es die vorher festgesetzten Regeln es ermöglicht hätten, sagt Frank.

„Unter Hundert“ lautet die Antwort von Frank auf die Frage, wie viele Texte eingereicht wurden. Beim Kulturverband ist man gespannt auf die Reaktionen von Publikum und Autoren. Von den abgelehnten Autoren habe es bisher keine Rückmeldung gegeben, erklärt Jutta Haar. Das könnte sich nach der Veröffentlichung ändern, wenn Vergleiche möglich sind. Kritik an einer Reihenfolge nach literarischen Kriterien gingen die Blattmacher aus dem Weg, in dem sie die Autoren nach Alphabet ordneten.

Das Buch komplettiert die Arbeiten von etablierten Profi-Schriftsteller. Sie wurden gebeten, einen Beitrag zu leisten, ohne dass die Jury sie beurteilt. Vier Texte kamen so hinzu. Zu den besonders arbeitsreichen Aufgaben gehörte nicht nur die Lektorierung der Texte zu einem Buch, die mit Sönke Knickrehm ein Profi seines Fachs übernommen hatte. Auch gestaltete sich die Wahl des Titels als aufwendiger als gedacht. So musste etwa eine Verwechslung der Stadt und des Kreises Pinneberg vermieden werden. „Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Mischung aus 43 humorvollen, spannenden, berührenden, gruseligen, gefühlvollen, zum Nachdenken anregenden, einfach guten Storys“, zieht Elke Ferro-Goldstein Bilanz.

„Pinneberg wortreich umkreist“ ist beim Wiesenburg Verlag erschienen und kostet
9,90 Euro. Es ist im Buchhandel sowie beim Kreiskulturverband erhältlich.