Nahverkehr

Neue Hoffnung für den Elmshorner Bahnhof

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Anne Dewitz
Bürgermeister Volker Hatje zeigte Verkehrsminister Bernd Buchholz auch die Schmuddelecken am Bahnhof Elmshorn

Bürgermeister Volker Hatje zeigte Verkehrsminister Bernd Buchholz auch die Schmuddelecken am Bahnhof Elmshorn

Foto: Anne Dewitz / HA

Verkehrsminister Buchholz sagt Bürgermeister Hatje Hilfe für Sanierung zu. Machbarkeitsstudie wird Ende des Jahres Politik vorgestellt.

Elmshorn.  Elmshorn plant seit Jahren seinen neuen Bahnhof. Lange Zeit drehten sich die Verhandlungspartner aus Land, Deutsche Bahn und Stadt im Kreis. Nun kommt Bewegung in die Sache. Der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach am Mittwoch bei einem Orttermin mit Bürgermeister Volker Hatje von einem zweistelligen Millionenbetrag, den das Land bereit wäre zu investieren. Allerdings nicht in Luftschlösser, sondern in realistische Planungen. Wie diese aussehen könnten, soll eine Machbarkeitsstudie im Auftrag des Landes zeigen. Sie soll der Politik bis Ende des Jahres vorgestellt werden.

Land beauftragte Agentur mit Machbarkeitsstudie

Der Siegerentwurf aus dem Europan-Wettbewerb von 2009 ist längst passé. Schwer umsetzbar und viel zu teuer, urteilte schon Buchholz´ Vorgänger Reinhard Meyer (SPD) über den futuristisch anmutenden Entwurf, der damals entstand. Immer wieder hatte die Stadt den Entwurf überarbeiten lassen, um dann erneut eine Absage aus Kiel oder von der Deutschen Bahn zu erhalten. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, übernahm das Land mit NahSH Anfang 2017 die Federführung in der Planung.

Es beauftragte im März die Berliner Agentur Bahnstadt mit der Machbarkeitsstudie für die Bahnhofssanierung. Das Land trägt die Kosten für die Machbarkeitsstudie zu einhundert Prozent. Die Experten haben bereits die Pläne für den Bahnhof in Pinneberg erfolgreich ins Ziel gebracht und wissen, worauf es ankommt: Übersichtlichkeit, kurze Wege, Witterungsschutz und Barrierefreiheit. Zugleich soll der Bahnhof den lokalen Baustil widerspiegeln, sodass sich die Menschen vor Ort mit ihm identifizieren können. Und bezahlbar bleiben.

Für Bürgermeister Volker Hatje steht die Zusammenführung von Fernbussen, Stadtbussen und Zugverkehr im Mittelpunkt, ebenso wie eine Überdachung, bei der die Fahrgäste trockenen Fußes umsteigen könnten. Von einem neuen Bahnhofsgebäude hat er sich gedanklich verabschiedet.

„Am 25. Oktober wird der Lenkungsgruppe die Machbarkeitsstudie vorgestellt“, sagt Bürgermeister Volker Hatje, der nach dem Besuch des Ministers Buchholz das Gefühl hatte, immer noch die volle Unterstützung der Landesregierung zu erhalten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir dann wissen, wie dann eine Revitalisierung des Bahnhofs möglich ist und wir dann sagen können, wer was finanziert.“

Noch bis Jahresende sollen dann auch die Politiker die Studie zu Gesicht bekommen. Dann erst können die Kosten abgeschätzt werden.

In Pinneberg werden 25 bis 30 Millionen Euro in den Umbau des Bahnhofs investiert. Zehn bis 15 Millionen Euro kommen vom Land, der Rest entfällt auf Bahn und Stadt. 2020 soll alles fertig sein. Davon kann Elmshorn bislang nur träumen.

Mehr als 20.000 Pendler steigentäglich in Elmshorn ein und aus, Tendenz steigend. Damit zählt der Bahnhof der Krückaustadt neben Lübeck und Kiel zu den verkehrsreichsten in Schleswig-Holstein. Die Landesregierung wolle den Schwerpunkt in den kommenden Jahren auf Elmshorn und Neumünster legen, so Hatje. Er habe Buchholz auch über die umfangreichen Stadtumbaupläne an Vormstegen und Krückau informiert und ihm die Verbesserungen im städtischen Busverkehr mit engeren Taktungen vorgestellt, die mit dem Jahreswechsel kommen. „Die werden auch nochmal zu einer Zunahme der Pendlerzahlen am Bahnhof führen“, ist sich Hatje sicher.

Viele Entscheidungen hängen von Hamburg ab

Und Hatje scheute sich nicht, dem Minister die Schmuddelecken des Bahnhofs zu präsentieren. Der sah eindeutig Handlungsbedarf. „Der Zustand der Anlagen ist nicht angemessen für einen Bahnhof dieser Größe“, so Buchholz. Barrierefreiheit sei zwingend.

Angesprochen auf eine vierte Bahnkante und das dritte Gleis sagt Buchholz: „Das wird noch ein längerer Weg, und vieles ist von den Planungen Hamburgs abhängig.“ So seien höhere Taktungen in Elmshorn und Tornesch kaum noch möglich, da sich der Bahnverkehr oft genug schon auf der Lombardsbrücke vor dem Hamburger Hauptbahnhof staue.

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