Pinneberg
Wedel

Nachbarn des Kraftwerks fordern Betriebsstopp

Wedel. Etwa 30 Nachbarn des alten Kohlekraftwerks in Wedel haben nun bei der Aufsichtsbehörde, dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek, beantragt, dass der Betrieb der Anlage sofort untersagt werden soll. Formal handelt jeder von ihnen für sich allein. Das Ganze ist dennoch eine konzertierte Aktion: Die gleichlautenden Briefe stammen aus der Hannoveraner Anwaltskanzlei, von der sich die Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk in Wedel“ seit Langem vertreten lässt.

Rechtsanwalt Marc-Daniel Blasius begründet den Antrag damit, dass die Kraftwerksbetreiberin gegen eine Anordnung des LLUR aus dem Dezember vergangenen Jahres verstoßen habe. Konkret geht es um die Belastung durch Partikel, die immer wieder aus dem Schornstein des Kraftwerks austreten, über dem Wohngebiet niederregnen und in der Vergangenheit schon Autolack verätzt haben. Das LLUR hatte dem Betreiber Vattenfall aufgetragen, den Partikelausstoß auf ein Mindestmaß zu reduzieren; das Kraftwerk war den Sommer über zwecks Revision abgeschaltet. Stattdessen hat die Bürgerinitiative seit der Wiederinbetriebnahme der Anlage so viel Partikelregen registriert wie nie zuvor: an zehn Tagen innerhalb von zwei Monaten. Anwalt Blasius hält damit eine „zwingende Untersagungspflicht“ seitens des LLUR für gegeben.