Halstenbek

Anwohner kämpfen für Verkehrssicherheit

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Arne Kolarczyk
Kämpfen für mehr Verkehrssicherheit an der Hauptstraße in Halstenbek: Sylvia Hasselwander (v.l.), Ursula Baldauf und Ute Dobslaw

Kämpfen für mehr Verkehrssicherheit an der Hauptstraße in Halstenbek: Sylvia Hasselwander (v.l.), Ursula Baldauf und Ute Dobslaw

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Sie beklagen, dass an der Hauptstraße das Tempolimit nicht eingehalten und die Trasse zunehmend als Schleichweg genutzt wird.

Halstenbek.  Eine Neu-Halstenbekerin kämpft gegen den Verkehrsinfarkt im Ortskern der Gemeinde: Ursula Baldauf, die seit zwei Jahren in einem Neubau an der Hauptstraße lebt, sammelt Unterschriften für Verbesserungen im Sinne der Fußgänger und Radfahrer. „Die Hauptstraße ist eine Tempo-30-Zone. Aber daran hält sich fast keiner, und das Fahrzeugaufkommen ist für einen verkehrsberuhigten Bereich viel zu hoch“, so die Anwohnerin.

Bei ihrem Einzug sei die Situation im Ortskern noch deutlich entspannter gewesen, sagt die Rentnerin. „Inzwischen können Fußgänger aufgrund des fließenden Verkehrs kaum noch die Straße überqueren, um zu den Geschäften zu kommen.“ Die Anwohnerin hat beobachtet, dass viele Autofahrer die Hauptstraße als Ausweichstrecke für den letzten Abschnitt der Hartkirchener Chaussee nutzen, auf dem in kurzem Abstand drei Ampelanlagen stehen. „Die Ampeln sind nicht in Reihe geschaltet, sodass sich zu Spitzenzeiten der Verkehr staut und die Hauptstraße als Ausweichroute gewählt wird“, ist die Anwohnerin überzeugt.

Ihre Nachbarn weiß sie in dieser Sache hinter sich. So beklagen etwa Ute Dobslaw und Sylvia Hasselwander, dass die Tempo-30-Schilder an den Straßeneinfahrten schlecht sichtbar sind. Viele der Geschäftsleute indes, die Organisatorin Baldauf angesprochen hat, wollen nicht unterschreiben. Die Halstenbekerin hat herausgefunden, dass in der Politik in den vergangenen Jahren Szenarien einer Umgestaltung für diesen Bereich diskutiert worden sind. Zu einer Umsetzung kam es nicht. „Mir geht es nicht darum, die Straße mit Verkehrsinseln, Blumenkübel oder Aufpflasterungen zu versehen. Aber ich möchte, dass sich die Autofahrer an die Regeln halten“, sagt die Rentnerin. Sie hat sich inzwischen an die Gemeinde gewandt, die kurzzeitig ein Geschwindigkeitsmessgerät mit Smiley-Funktion an der Hauptstraße aufstellte.

Auch die Polizei, die von der Halstenbekerin eingeschaltet wurde, hat reagiert und eine Tempoüberwachung gemacht. „Wir haben an einem Tag zwei Stunden lang mit der Laserpistole vor Ort gemessen“, bestätigt Stephan Wirtz vom Bezirksrevier Pinneberg. Dabei seien eine Handvoll Autofahrer ertappt worden, die zu schnell unterwegs waren. Die Überschreitungen seien nicht gravierend gewesen.

Inzwischen hat die Initiatorin sich auch an mehrere Kommunalpolitiker gewandt. So schlägt etwa Hildegard Krüger, bürgerliches Mitglied der SPD im Bauausschuss, das Aufbringen von Piktogrammen auf der Fahrbahn vor, um den Autofahrern die zulässige Höchstgeschwindigkeit stärker zu verdeutlichen. „Ich habe das seit 2010 für die Hauptstraße schon drei Mal beantragt, passiert ist aber nichts“, so die SPD-Frau.

Bürgermeister Claudius von Rüden hat Verständnis für die Forderung der Anwohner. „Wir nehmen das ernst“, so der Verwaltungschef. Die Gemeinde habe bereits einmal für längere Zeit eine Geschwindigkeitsmessanlage mit Smiley-Funktion aufgestellt. „Eine erste Auswertung der gemessenen Daten zeigt keine Auffälligkeiten, was Geschwindigkeitsüberschreitungen angeht“, sagt von Rüden. Die Anlage sei inzwischen ein zweites Mal dort platziert worden, die Auswertung der Daten laufe noch.

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