Energie

Vattenfall räumt Probleme mit Wedeler Kraftwerk ein

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Alexander Sulanke
Das Kraftwerk in Wedel spuckt Partikel

Das Kraftwerk in Wedel spuckt Partikel

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Es werde nie möglich sein, Partikelausstoß ganz zu vermeiden, schreibt das Unternehmen. Die Anwohner erwägen inzwischen eine Klage.

Wedel.  Das Kohlekraftwerk in Wedel spuckt weiterhin Partikel – das bislang letzte Mal am Dienstag dieser Woche. Nach Angaben von Kerstin Lueckow von der Bürgerinitiative „Stopp – Kein Mega-Kraftwerk in Wedel“ war es der siebte Niederschlag in diesem Monat. So viele innerhalb so kurzer Zeit hatte es noch nie gegeben. „Ein Minus-Rekord“, so Lueckow, „offensichtlicher kann eine Kraftwerksrevision nicht scheitern.“

Wie berichtet, war die Anlage am Tinsdaler Weg den Sommer über wegen umfangreicher Wartungs- und Modernisierungsarbeiten abgeschaltet. Dabei sollte es auch darum gehen, die Ursache für den Partikelregen zu beseitigen. In einer am Mittwoch in dem an das Kraftwerk angrenzenden Wohngebiet verteilten Brief aus dem Hause des Betreibers Vattenfall heißt es dazu: „Eines unserer Ziele war, eine wirksame Minderung der in den vergangenen Monaten aufgetretenen Partikelemissionen zu erzielen.“ Im Folgenden werden fünf Maßnahmen aufgelistet, eine davon die Installation einer Kalkeindüsung: Kalkhydrat soll saure Bestandteile im Rauch binden.

Kommen nicht alle Emissionen aus dem Kraftwerk?

Weiter heißt es: „Wir sind überzeugt, dass diese Maßnahmen eine deutliche Minderung von Partikelemissionen bewirken werden.“ Gleichzeitig räumt Vattenfall ein, dass das noch nicht gelungen sei. In einem Fall sei eine zu reichhaltige Kalkeindüsung Ursache für erneuten Partikelregen gewesen. Allerdings hätten nicht alle untersuchten Emissionen dem Kraftwerk zugeordnet werden können. Im Übrigen werde es „bei einer Anlage dieser Bauart“ nie möglich sein, Partikelausstoß ganz zu vermeiden.

Während das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in einem Schreiben Ende vergangener Woche noch mitgeteilt hat, Vattenfall habe das Problem behoben, gibt sich die Aufsichtsbehörde inzwischen weniger optimistisch. In einem weiteren Schreiben vom Dienstag an eine Anwohnerin heißt es: „Bis zur optimalen Einstellung der Anlage kann es leider weiterhin zu Belästigungen durch Partikelablagerungen kommen.“

Die Anwohner erwägen inzwischen eine Klage. Erst mal aber wollen sie am Sonnabend, 9. September, ab „fünf nach zwölf“ am Tinsdaler Weg demonstrieren. Die Demonstration ist inzwischen auch genehmigt. Kerstin Lueckow berichtet, dass auch ein Fachjournalist aus Süddeutschland zu dem Termin anreisen wolle. Sie sagt: „Er hat mir erklärt, dass das, was wir hier mit dem Kraftwerk in Wedel erleben, einzigartig in ganz Deutschland sei.“

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