Pinneberg
Sportzentrum in Flammen

Schaulustige behinderten Löscharbeiten in Schenefeld

Über Stunden kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen an. Rauchwolken weithin sichtbar. 300 Kräfte im Einsatz.

Schenefeld/Hamburg. Schweißarbeiten am Dach haben offenbar das verheerende Inferno von Schenefeld ausgelöst: Kurz vor 14 Uhr am Donnerstag stand das Sport- und Fitnesszentrum RCS Sport den gesamten Tag über Welt in Flammen. Der Großbrand war in der Tennishalle mit zwölf Plätzen an der Holzkoppel ausgebrochen. Von ihr ist nur noch ein Trümmerhaufen übrig.

Das Feuer hat auf alle Bereiche des riesigen Fitnesszentrums, zu dem auch ein Restaurant, mehrere Squashplätze, ein großer Gerätebereich sowie ein Saunatrakt gehören, übergegriffen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Freitagmorgenstunden an.

Insgesamt waren zeitweise rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des DRK und des THW im Einsatz. Die Feuerwehrleute, darunter auch die Hamburger Berufsfeuerwehr versuchen seit dem Nachmittag, wenigstens einen Teil des Hauptgebäudes mit den Mitarbeiterbüros zu retten. Es gilt die 6. Alarmstufe. Auch über das Warnsystem Katwarn wurde am Nachmittag eine Gefahrenwarnung veröffentlicht.

Augenzeuge berichtet von Stichflamme

Laut einem Mitarbeiter der Anlage hatten Handwerker am Dach gearbeitet. Dort seien über dem Platz zwölf der Tennishalle Schweißarbeiten erfolgt. Offenbar sei das Feuer vom äußeren ins innere Dach übergesprungen. Dann hätten die Vorhänge, die die zwölf Tennisplätze von einander abtrennen, zu brennen angefangen. In der Folge habe sich der Brand rasend schnell ausgebreitet. Kurz vor 14 Uhr sei dann der Feueralarm ausgelöst und die Anlage evakuiert worden.

Zu diesem Zeitpunkt seien nur wenige Aktive in der Anlage gewesen. Ein Mann musste von der Feuerwehr aus dem vollständig verqualmten Gebäude gerettet werden. Er kam mit dem Verdacht auf eine schwere Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Ein weiterer Mann wurde mit Atemwegsreizungen ebenfalls in eine Klinik eingewiesen.

Ein Augenzeuge aus dem benachbarten Autohaus Elbgemeinden berichtete von einer Stichflamme, die aus dem zentralen Bereich des Sportzentrums schoss. Es habe 18 Minuten gedauert, bis die Feuerwehren die Löscharbeiten aufnehmen konnten. Die Flammen haben auf zehn Neuwagen des Autohauses übergegriffen, die völlig zerstört wurden. Den Einsatzkräften gelang es jedoch, ein Übergreifen der Flammen auf das benachbarte Gebäude zu verhindern.

Die Polizei beklagte aber, dass Schaulustige die Arbeit der Einsatzkräfte erschwert hätten. Unbeteiligte wurden gebeten, den Bereich zu verlassen. Alle umliegenden Straßen wurden abgeriegelt. Auch die Blankeneser Chaussee, die Hauptverbindungstraße zwischen Hamburg und Schenefeld, ist gesperrt. Der Verkehr in diesem Bereich ist zusammengebrochen, auch der Busverkehr steht. In der Nähe des Brandortes liegt auch ein großer Busbetriebshof der VHH. Weil Busse verspätet eingesetzt werden konnten, kam es auch zu Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr im Westen Hamburgs.

Anwohner sollen Fenster und Türen schließen

Eine riesige Rauchwolke stand zu Beginn über der Brandstelle, die bis weit in die Hamburger Innenstadt zu sehen war. Anwohner wurden gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Die Schadenshöhe geht in die Millionen. Die beliebte Anlage gehört der Schenefelder Familie Timmermann, die auch durch die Baufirma Terrabaltic bekannt ist. Erst in diesem Jahr waren Teile der Anlage mit erheblichem finanziellen Aufwand saniert worden. Zu der Brandursache und der Schadenshöhe können seitens der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden. In direkter Nähe des Einsatzortes liegt auch das Forschungszentrum des Röntgenlasers XFEL, das nicht gefährdet ist. Brandermittler der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

Tennishalle in Schenefeld in Flammen
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