Pinneberg
Haseldorf/Holm

Hier wird Naturschutz zur internationalen Aufgabe

Die Teilnehmer des Internationalen Jugendcamps für den Naturschutz haben ganz offensichtlich Spaß bei der Arbeit

Die Teilnehmer des Internationalen Jugendcamps für den Naturschutz haben ganz offensichtlich Spaß bei der Arbeit

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Haseldorfer Elbmarschenhaus richtet zweiwöchiges Jugendcamp aus. Teilnehmer zwischen 16 und 25 Jahren aus acht Ländern packen mit an.

Haseldorf/Holm.  Youn Le Néün mag das Reisen und lernt gern andere Länder kennen. Dabei treffe er die unterschiedlichsten Menschen, sagt der junge Franzose. Olesya Ustyuzhanina kommt aus einer Stadt 900 Kilometer östlich von Moskau und möchte im Kreis Pinneberg „etwas Schönes für andere Menschen tun“. Die Beiden nehmen an einem internationalen Jugendcamp teil, dass das Elbmarschenhaus in Haseldorf organisiert. Die Russin und der Franzose packen zusammen mit elf anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen kräftig bei Naturschutzarbeiten an.

Zwei Wochen läuft das Internationales Jugendcamp im Elbmarschenhaus. Zwischen 16 und 25 Jahren sind die Teilnehmer alt. Sie kommen aus Korea, Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Russland, Türkei und Deutschland. Der Projektträger sind die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), die die Arbeit für den Naturschutz und die Völkerverständigung zusammenbringen wollen. Für diese Organisation engagiert sich Olesya Ustyuzhanina und hilft bei der Organisation des Haseldorfer Jugendcamps mit. Aus der Stadt an der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn kam sie nach Deutschland, um eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen. In ihrem Urlaub arbeitet sie nun für den Naturschutz im Kreis Pinneberg.

Youn Le Néün hat über die Webseite einer französischen Naturschutzorganisation von dem Camp erfahren. Der Gymnasiast wollte in den Sommerferien etwas Sinnvolles tun. Er nimmt bereits nach kurzem eine wichtige Rolle in der Gruppe ein, denn er dolmetscht für die französischen Campteilnehmer, die über sehr wenige bis gar keine Fremdsprachenkenntnisse verfügen.

An diesem Morgen macht sich die Gruppe um 9 Uhr auf den Weg ins Holmer Buttermoor. „Da haben wir es mit einigen Mücken zu tun“, sagt Wim Nieuwenhuijs, der zusammen mit seinem Rangerkollegen Heiko Richter einen Arbeitsplan für die 14 Tage aufgestellt hat und die Aufgaben an die jungen Naturschützer verteilt. Der Regen und die mäßigen Temperaturen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass sich die Mücken kräftig entwickeln konnten. Das moorige Terrain bietet den Quälgeistern darüber hinaus auch ideale Lebensbedingungen. Doch die internationale Crew lässt sich von den stechenden Insekten nicht einschüchtern. Die beiden Ranger des Elbmarschenhauses sind sehr zufrieden mit der Arbeitsmoral ihrer Schutzbefohlenen.

„Entkusseln“ ist an diesem Tag im Buttermoor angesagt, erklärt Nieuwenhuijs. Jungen Gehölzen, wie Pappeln, Weiden, Birken und Eichen bietet das Gebiet beste Lebensbedingungen. Sie würden jedoch seltenen Pflanzen, wie Moosbeere, Knabenkraut, Sumpfdotterblume, Moorlilie oder Sonnentau den Lebensraum nehmen. Diese Pflanzen seien auch für viele seltene Insekten überlebensnotwendig. Deswegen greifen die jungen Kämpfer zu Astschere und Säge, um die jungen Bäume zu kappen. Später im Sommer sollen hier noch Ziegen und Schafe weiden, um den Lebensraum für Pflanzen und Insekten weiter zu verbessern. „Es ist das Ziel, hier eine Heidelandschaft zu schaffen“, sagt Nieuwenhuijs.

Jugendliche wohnen unter anderem im Pastorat

Neben dem Buttermoor gehören in Holm die Sandberge, in Heist das Tävsmoor, die Carl-Zeiss-Vogelstation Wedel sowie die Elbinsel Pagensand zum Einsatzgebiet. Bei der Organisation bekommt das Elbmarschenhaus kräftige Unterstützung durch die Haseldorfer Kirchengemeinde St. Gabriel. Die Jugendcampteilnehmer sind im Pastorat sowie in dem ebenfalls in dem Gebäude befindlichen ehemaligen Kindergarten untergebracht.

Populär ist die Haseldorfer Aktion bei den potenziellen Teilnehmern auch wegen der Nähe zu Hamburg, weiß Nieuwenhuijs. Am Sonntag, 6. August, wiederum wollen sie sich die Elbmarschenhaus-Führung zum Leuchtfeuer Juelssand nicht entgehen lassen. Das 1896 erbaute Industriedenkmal steht mitten im Naturschutzgebiet und kann nur an diesem Tag aus der Nähe in Augenschein genommen werden.