Pinneberg
Wedel

Kraftwerk spuckt Dampf – Anwohner in Sorge

Eine Dampfwolke über dem Wedeler Kraftwerk

Foto: BI / HA

Eine Dampfwolke über dem Wedeler Kraftwerk

Bürger beobachten erneut Partikelniederschlag, Vattenfall-Sprecherin dementiert. Ventile der Anlage werden überprüft.

Wedel.  Ja, ist denn die Revision des Kraftwerks Wedel schon abgeschlossen? "Es ist wieder ein Partikelregen über unserem Wohngebiet niedergegangen", berichtet Kerstin Lueckow von der Bürgerinitiative "Stopp! Kein Mega-Kraftwerk in Wedel" am Mittwochnachmittag. Es ist einer von vielen in diesem Jahr. Eigentlich sollte die Ursache für die wiederkehrenden Niederschläge mit der Grundüberholung des Kraftwerks beseitigt werden.

Vattenfall-Sprecherin Kristina Hillmer sagt auf Abendblatt-Anfrage: "Die Revision des Blocks 1 ist bereits beendet, die Revision von Block 2 hält noch bis Mitte/Ende August an." Dass es Partikelregen gegeben habe, bestätigt sie nicht. Hillmer: "Sollte ein Partikelniederschlag beobachtet worden sein, kann dies nur in minimalem Umfang aufgetreten sein. Durch die innerhalb der Revision umgesetzten Maßnahmen ist eine deutliche Minderung zu erwarten." Dies entspreche der behördlichen Vorgabe. "Sofern tatsächlich Partikel festgestellt werden, werden wir hiervon Proben nehmen. Es ist ferner anzumerken, dass die Windrichtung heute südlich bis westlich war und somit nicht in Richtung Wohngebiet wehte. Gestern hatten wir tagsüber östliche Winde, aber ohne Befunde", so Hillmer.

Der Partikelniederschlag ist nicht die einzige Auffälligkeit, die Anwohner zuletzt beobachtet haben. Kerstin Lueckow berichtet, dass mehrere Tage in Folge laut zischend Dampf aus der Anlage entwichen sei. Dazu Kristina Hillmer: "Die Sicherheitsventile unserer Anlage werden jährlich nach der Revision unter Aufsicht des TÜV überprüft. Dies wurde in den vergangenen Tagen für die Sicherheitsventile des Blocks 1 durchgeführt. Es handelt sich hierbei um einen normalen Vorgang, der an allen Kraftwerksanlagen vorgenommen wird."

Kerstin Lueckow zweifelt diese Aussage an. Ventilprüfungen habe es in der Tat auch in der Vergangenheit gegeben, aber nicht über einen so langen Zeitraum wie in diesem Jahr.

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