PZ-Regional

Anruf genügt, und der Ampelwart kommt

Eine Glosse vonAlexander Sulanke

Brauchen Radfahrer eine Bedienungsanleitung, um die Ampel an der Kreuzung Westring/Lange Twiete zu überqueren? Die Antwort lautet: ja. Nur wer die Materie durchdrungen, alle Zusammenhänge verstanden und daraus sinnvolle Handlungsmuster abgeleitet hat, muss dort nicht mehr Rot sehen. Die Stadt mag noch zögern – hier ist sie schon mal: die nicht ganz ernst gemeinte Bedienungsanleitung für Ampeln in der Kreisstadt Pinneberg.

Beginnen wir mit den Grundlagen, am besten zu erklären am Modell Fußgängerampel mit einfachem Druckknopf. Genau hinter dem beginnt der direkte Draht ins Pinneberger Rathaus. Drückt ein Fußgänger auf den Knopf, klingelt im Rathaus ein Glöckchen, leuchtet ein rotes Lämpchen auf. Für den diensthabenden Ampelwart ist dies das Signal, sich zu einem Schaltschrank zu begeben und einen bestimmten Stecker umzustöpseln. Rot aus. Grün an.

Eine Kontaktschleifenampel funktioniert ganz ähnlich. Nur dass Fahrräder eben nicht genug Gewicht haben, um den Impuls auszulösen, der im Rathaus Glöckchen klingeln und rotes Lämpchen leuchten lässt. Radfahrer, die passieren wollen, müssen deshalb in der Stadtverwaltung anrufen. Der Ampelwart kommt dann mit einem Dienstwagen zur Kontaktschleife und fährt einmal drüber. Später in seiner Dienststube wird er das rote Lämpchen leuchten sehen (das Glöckchenläuten hat er verpasst) und wissen, was zu tun ist: umstöpseln. Rot aus. Grün an.

So einfach ist das. Noch Fragen?

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg