Kreis Pinneberg

Baustelle: A 23 wird erneut zur Pendlerfalle

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Andreas Daebeler
Kai-Uwe Schacht vom Landesamt Straßenbau und Verkehr in Itzehoe

Kai-Uwe Schacht vom Landesamt Straßenbau und Verkehr in Itzehoe

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Achtung Autofahrer: Vom 21. Juli bis 26. August geht es nur noch einspurig nach Hamburg – wie schon zuvor im Stausommer 2016.

Kreis Pinneberg.  Nahezu kompletter Stillstand auf der A 23 zwischen Elmshorn und Hamburg. Stoßstange an Stoßstange auch auf Landstraßen rund um die Autobahn. Rellingen erleidet den Verkehrsinfarkt. So sah es vor zwölf Monaten im Kreis Pinneberg aus. Die Erinnerung an den Stausommer 2016 dürften bei vielen Pendlern noch frisch sein. Jetzt müssen sich Autofahrer, die zum Arbeiten in die Hansestadt und abends zurück nach Hause müssen, wieder auf eine Nervenprobe einstellen. Wie schon vor einem Jahr rücken Bautrupps an. Wieder wird die Fahrbahn der A 23 saniert. Diesmal in Fahrtrichtung Heide.

Los geht’s mit den Bauarbeiten am Freitag, 21. Juli. Voraussichtlich bis einschließlich Sonnabend, 26. August, wird auf einem rund vier Kilometer langen Teilstück zwischen der Hamburger Landesgrenze und Halstenbek-Rellingen gearbeitet. Der dort vorhandene Flüsterasphalt müsse „wegen vermehrter Schadensbildung und damit verringerter lärmmindernder Wirkung“ erneuert werden, so Kai-Uwe Schacht vom zuständigen Landesbetrieb Verkehr in Itzehoe.

Während der Sanierung fallen die Spuren Richtung Heide weg, alles spielt sich auf der anderen Seite der Leitplanke ab. Der Verkehr in Richtung Hamburg kann mangels Platz nur mehr einspurig fließen. Immerhin: In Richtung Norden bleibt es bei Zweispurigkeit. So soll verhindert werden, dass sich der Verkehr am Autobahnkreuz Nordwest bis auf die A 7 zurückstaut.

Fünf Zentimeter des beschädigten Asphalts werden abgefräst und anschließend in gleicher Stärke neu aufgetragen. Zudem werden die Anschlussstellen Halstenbek-Krupunder und Halstenbek-Rellingen mit neuem Belag versehen. Die Gesamtkosten betragen laut Schacht etwa 2,4 Millionen Euro. Der Bund zahlt.

Die Planer haben das Projekt in zwei Bauabschnitte unterteilt, um die Situation so weit wie möglich zu entschärfen. Der erste Bauabschnitt von der Hamburger Landesgrenze bis vor die Anschlussstelle Halstenbek-Rellingen soll Mitte August fertiggestellt werden. Während der Arbeiten wird die Auffahrt Halstenbek-Krupunder in Richtung Heide gesperrt. Der Verkehr wird über die Anschlussstelle Halstenbek-Rellingen umgeleitet. Wer in Richtung Hamburg will, kann weiterhin in Krupunder auf die A 23 fahren.

Der zweite Bauabschnitt zwischen Krupunder und Halstenbek-Rellingen wird zwischen Mitte und Ende August in Angriff genommen. Dann wird die Auffahrt im Halstenbeker Ortskern in Richtung Heide gesperrt sein. Autofahrer werden zu den Anschlussstellen in Pinneberg geleitet. Wer aus Hamburg kommend nach Halstenbek will, sollte schon in Krupunder abfahren. In Richtung Hansestadt bleibt die Auffahrt Halstenbek-Rellingen während der Sanierung geöffnet.

Die Bauarbeiten sind – wie schon im Vorjahr, als in Fahrtrichtung Hamburg saniert wurde – bewusst in die Ferien gelegt worden, um möglichst wenig Pendler zu treffen. 2016 brach der Verkehr in der Region dennoch teilweise zusammen. Kai-Uwe Schachts Appell ist daher unmissverständlich: „Nutzen Sie, soweit möglich, den öffentlichen Nahverkehr“, sagt er. Auch über Fahrgemeinschaften solle nachgedacht werden.

Dass die A 23 erneut zum Nadelöhr wird, ist nicht die einzige Belastungsprobe für Pendler aus dem Kreis Pinneberg. Auch die Bauarbeiten am Autobahntunnel der A 7 gehen weiter. Zwar war die geplante Sperrung der A-7-Auffahrt Hamburg-Schnelsen kürzlich auf Ende Juli verschoben worden. Der Engpass wird Autofahrer jedoch lange beschäftigen – denn die viel genutzte Auffahrt wird für anderthalb Jahre gesperrt.

Zurück zur A 23: Erst kürzlich war bekannt geworden, dass an den Halstenbeker Anschlussstellen Ampelanlagen in Betrieb genommen werden, die den Zufluss regeln sollen. Ein Probelauf war für August angekündigt worden. „Der muss für die Bauarbeiten ausgesetzt werden“, so Karsten Rohweder vom Landesbetrieb Verkehr am Montag. Priorität habe die Sanierung der Fahrbahn. „Die Sommerferien sind unser Zeitfenster.“ Die enden in Hamburg am 30. August und in Schleswig-Holstein am 2. September. Dann rollt die Pendlerlawine wieder richtig an.

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