Pinneberg
Ellerhoop

Eine Ufo-Verschwörung mit ungeahnten Folgen

Pastor Malzeimer (Reinhard Müller) hält schon mal eine Predigt zu nachtschlafender Zeit auf einer Trittleiter im örtlichen Café

Pastor Malzeimer (Reinhard Müller) hält schon mal eine Predigt zu nachtschlafender Zeit auf einer Trittleiter im örtlichen Café

Foto: Elvira Nickmann / HA

Kritik der Woche: Wie die Laienspielgruppe Ellerhoop das Publikum amüsierte und was am Ende der einzige Wermutstropfen war.

Ellerhoop.  Was die Sichtung eines Ufos für ungeahnte Folgen haben kann, das erfuhren die Zuschauer des neuen Theaterstücks auf Platt „Ufo över Ellerhoop“ der Laienspielgruppe Ellerhoop am Sonnabend bei der Premiere im Gasthof Zur Linde. Zur Besetzung der Komödie zählen so skurrile Charaktere wie ein Pastor mit unsichtbarem Hund, eine Ufologin, aber auch mit drei gestandenen Weibsbildern des örtlichen Gewerbeverbands, einer Polizistin und einer Bauersfrau die bodenständigeren Versionen, wie sie auch oft im realen Dorfleben zu finden sind.

Doch genau das empfindet Klara Ströbel, die Betreiberin des Cafés Hillige Helene als zu wenig attraktiv. Zusammen mit der einfältigen Elsa und der plietscheren Helga sinnt sie auf Abhilfe. Touristen sollen die Konjunktur beleben, fragt sich nur, wie sie angelockt werden könnten. Eine Bemerkung des Dorfpastors über seine Lieblingsserie im Fernsehen bringt sie auf eine Idee: „Lütte, gröne Keerls“, also Außerirdische, müssen her.

Mit Marion Bracker ideal besetzt, packt Klara an, sorgt auf eigene Faust für ein angebliches Ufo-Beweisfoto und weiht ihre zwei Freundinnen in den Plan ein. Die drei unternehmen einen nächtlichen Ausflug in ein Kornfeld zwecks Kornkreis-Erstellung und veranstalten ein Feuerwerkspektakel. Wie sie nach einer Aktion ermattet im Café auf die Stühle sinken, Stroh in den Haaren, Schwimmflossen oder unter den Stiefeln festgebundene Tennisschläger, gibt ein sehr komisches Bild ab.

Beachtliche Leistungen trotz kurzfristiger Engagements

Für Lacher sorgt auch das immer wieder aufflammende Geplänkel zwischen Helga (Inge Boehnke) und Elsa (Martina Ladiges), das Helga oft mit einem energischen „Du Piesepampel“ beendet. Ladiges überzeugte in der Rolle der Elsa, die sie erst sechs Wochen zuvor übernommen hatte. Das Publikum bekam davon wenig mit. Auch Monika Krohn war für einen zwei Wochen vor der Premiere erkrankten Schauspieler eingesprungen. Dass sie als Polizistin Paula wie alle anderen eine reife Leistung hinlegte, ist beachtlich.

Hinter der Bühne sorgte sie für die liebevoll in Szene gesetzten Eigenheiten der handelnden Personen. Wie die kleine Verschwörung ein Geschehen in Gang setzt, das durch seine Eigendynamik völlig aus dem Ruder läuft, ist nicht nur spaßig, sondern spannend umgesetzt. Einziger Wermutstropfen des Abends: die teilweise völlig durchgesessenen Stühle und eine muffige Aufführungsstätte, die dringend einer Renovierung bedarf.