Pinneberg
Ausstellung

Nebel, Eisberge und andere Widrigkeiten

Foto: Fabian Schindler / HA

Der Hamburger Fotograf Harald Schmitt stellt im Museum Langes Tannen in Uetersen aus. Der Titel der Ausstellung: "Farben des Meeres".

Uetersen.  Harald Schmitt hat viel erlebt und im Bild festgehalten, was anderen sonst verborgen bleiben würde. Der Hamburger Fotograf, der unter anderem von 1977 bis 2011 als Fotoreporter für den "Stern" unterwegs gewesen ist, segelte von 2013 bis 2016 mit dem Abenteurer Arved Fuchs über die Meere. Und dort hat ihn die See im wahrsten Wortsinn dazu bewegt, einmalige und beeindruckende Aufnahmen zu machen. Ein Teil der Fotografien, die bei den Reisen entstanden sind, sind nun im Museum Langes Tannen in Uetersen zu sehen.

"Farben des Meeres" heißt die Fotoserie, die in der Museumsscheune an der Heidgrabener Straße bis zum 26. August gezeigt wird. Ein Titel, der beim ersten Betrachten der Bilder erstaunt. Denn Grau, Schwarz und Weiß sind Farben, die viele Bilder dominieren – auf den ersten Blick. Ein genauer Blick zeigt aber, dass die Fotografien allesamt Farbfotografien sind – doch der Dunst des Meeres, der Nebel, die Gischt, sie fressen die Farben regelrecht auf. So zeigt sich ein ungewohnter Anblick der See. Geisterhafte Schemen von Eisbergen im Nebel, ein Spiel des Mondlichtes auf Wellen, Schneetreiben im Dunkel der Arktis.

Auch die Bilder, die auf Kreuzfahrtschiffen geschossen wurden, sind alles andere als typisch. Keine Idylle vom tiefblauen Meer, von weißen Schaumkronen und blauem Himmel. Der Ausblick vom Deck eines Passagierliners vor der Küste Kanadas zeigt: Nebel. Nichts als Nebel. "Es gibt immer so eine Vorstellung davon, wie schön Kreuzfahrten sind, was man alles sieht", sagt Schmitt. Die Realität ist, dass man zuweilen gar nichts sieht – außer Nebel. Das entwickelt in den großformatigen Fotografien seinen ganz eigenen Reiz. Etwas Mystisches, Bedrückendes, das Betrachter dennoch zum Schmunzeln und Staunen bringt.

Es gibt auch einige Fotos mit Menschen in der Ausstellung. Seine Reportagekünste hat Schmitt in einigen Aufnahmen, die Arved Fuchs und sein Team zeigen, meisterlich festgehalten. Die Bilder vom harschen, gefährlichen Leben an Bord des Segelschiffes, der physischen wie psychischen Anstrengung, vom Kampf gegen Sturmwinde, von den beengten Verhältnissen an Bord, das steht im starken Kontrast zu den Fotos, in denen Schmitt das Meer porträtiert hat.

Harald Schmitt - Fotografien: bis zum 26.8., Mi, Sa und So 14 - 18 Uhr, Heidgrabener Straße, Eintritt 2 Euro

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