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Elmshorn: Moslems sprechen über ihre Probleme im Alltag

Elmshorn.  Dem Thema Islamfeindlichkeit im Kreis Pinneberg ist der Einwandererbund bei einer Diskussionsveranstaltung am Freitagabend nachgegangen. „Es hat Vorfälle gegeben“, sagte Harun Öznarin, Präsident des Einwanderbundes und von Beruf Polizeibeamter. 50 Gäste waren in den Kollegiumssaal des Elmshorner Rathauses gekommen. Einige trugen, bewusst ohne Namensnennung, Beispiele über „antimuslimischen Rassismus“ im Alltag vor.

Eine Muslima beschwerte sich darüber, dass sie beim Arzt regelmäßig nach ihrer Religion gefragt werde. Das Argument, dies könnte aus Rücksichtnahme geschehen, wies sie zurück. „Es wird doch auch kein Jude, Katholik oder Protestant nach seiner Religion gefragt.“ Der Fall eines jungen Mannes wurde geschildert, in Deutschland geboren und mit deutschem Pass ausgestattet. Obwohl er hier studiert habe, sei beim Vorstellungsgespräch als erstes gefragt worden, woher er komme. „Deutschland ist doch seine Heimat“, hieß es. Von ihren Bewerbungen erzählte eine Frau. Wenn sie ein Foto mit Kopftuch beifüge, habe sie noch nie einen Vorstellungstermin bekommen. Lasse sie das Foto weg, gebe es Einladungen. Frauen berichteten, dass ihnen Linienbusse direkt vor der Nase weggefahren seien – wohl, weil sie Kopftuch trugen. Ihnen wurde geraten, sich Tag, Uhrzeit und Nummer des Busses zu notieren. Nach Beschwerden in einem ähnlichen Fall bei der Verkehrsgesellschaft habe es eine positive Rückmeldung gegeben.

„Wir machen diese Veranstaltung auch, weil bei der Bundestagswahl eine Partei antritt, bei der die Islamfeindlichkeit Teil des Programm ist“, sagte Reinhard Pohl vom Einwanderbund mit Blick auf die Alternative für Deutschland. Nicht nur Parteien wie AfD, NPD und Pro NRW, Pegida und die Identitäre Bewegung stünden für einen Rechtsruck in Deutschland und Europa, hieß es in Elmshorn. Kritisiert wurden auch Politiker der etablierten Parteien, die aus wahltaktischen Gründen Teile der Argumentation der Rechtsradikalen übernehmen würden.