Pinneberg
Tornesch

Radioaktiver Stoff abgegeben: Alarm auf dem Recyclinghof

Die Meldung über die ungewöhnliche Anlieferung löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus

Die Meldung über die ungewöhnliche Anlieferung löste einen Großeinsatz der Feuerwehr aus

Foto: Benjamin Beytekin / picture alliance / dpa / Benjamin Beyt

Bei der Substanz handelte es sich um Radium. Außerdem gab die Frau auch eine hochexplosive Säure ab. Abgabestelle wurde evakuiert.

Tornesch.  Eine Frau wollte am Dienstag einen radioaktiven Stoff und eine explosive Säure auf dem Recyclinghof in Tornesch-Ahrenlohe entsorgen. Die ungewöhnliche Anlieferung löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Außerdem schaltete sich das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel ein, das die Frau zur Herkunft der Stoffe befragte. Näheres dazu will das LKA erst am Mittwoch mitteilen.

Kurz vor 12 Uhr traf die Kundin, deren Alter und Wohnort nicht genannt wurde, auf dem Recyclinghof ein und begab sich zur Annahmestelle für Sonderabfälle. Dem Mitarbeiter kamen zwei der Behältnisse sonderbar vor. Eines soll nach Abendblatt-Informationen Radium enthalten haben, im anderen befand sich offenbar Pikrinsäure. Pikrinsäure gilt laut Strengstoffgesetz als hochexplosiv, Radium wiederum gehört wie Uran zu den radioaktiven Elementen.

„Solche Stoffe gehören natürlich nicht auf den Recyclinghof“, sagt Herbert Schultze, Geschäftsführer der Hausmülleinsammlungsgesellschaft (HAMEG). Der Mitarbeiter des Recyclingshofs habe richtigerweise sofort Alarm geschlagen. Neben der Feuerwehr rückte auch der Abc-Zug der Kreisfeuerwehr an. Der Recyclinghof wurde evakuiert, die Polizei sorgte für eine weiträumige Absperrung.

Spezialisten der Feuerwehr in Schutzanzügen öffneten vorsichtig den Behälter mit der Pikrinsäure und legten diesen anschließend in ein Wasserbad, um eine Explosionsgefahr auszuschließen. Das Radium wiederum wurde in mehreren kleinen Flaschen angeliefert. Eine Messung ergab leicht erhöhte Werte an Radioaktivität. „Die Substanz wurde in einen Bleibehälter gelegt“, erläutert Torneschs Gemeindewehrführer Dirk Lolies. Dadurch werde die Strahlung absorbiert.

Die Gesellschaft für Abfallbeseitigung (GAB) lässt die Stoffe jetzt durch eine Fachfirma entsorgen und will die Verursacherin in Regress nehmen.