Pinneberg
Halstenbek

Diese Schüler erlaufen sich ein Fahrraddach

Alexander Grote (l.) und Claudius von Rüden weihen mit den Schülern und den Sponsoren den Wetterschutz ein

Alexander Grote (l.) und Claudius von Rüden weihen mit den Schülern und den Sponsoren den Wetterschutz ein

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Jedes Jahr haben Schüler einen Spendenlauf organisiert. Jetzt bekommt Halstenbeks Grund- und Gemeinschaftsschule ersten Wetterschutz.

Halstenbek.  2011 wurde die Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek in Halstenbek eingeweiht. Für überdachte Fahrradständer hatte damals das Budget der Gemeinde nicht gereicht. Fast sechs Jahre nach Eröffnung der
13,8 Millionen Euro teuren Lehreinrichtung sind die ersten Fahrradbügel mit einem Wetterschutz versehen. Möglich machte dies in erster Linie eine Eigeninitiative der Schüler.

Jedes Jahr haben die Schüler des Gemeinschaftsschulzweiges einen Spendenlauf organisiert. Jeder Schüler suchte sich einen Sponsor, der seine Laufleistung mit einem kleinen Obolus belohnte. „Bei den sechs Spendenläufen, an denen sich jeweils 450 bis 500 Schüler beteiligt haben, sind über die Jahre mehrere 1000 Kilometer zusammengekommen“, sagt der Schulleiter Alexander Grote. Viel wichtiger aus Sicht der Schüler war jedoch der finanzielle Erfolg der Aktion. 5000 Euro wurden insgesamt „erlaufen“.

Das reichte jedoch nicht für das Dach über den Fahrrädern. 16.542 Euro kostete der Wetterschutz, der für 20 Fahrräder reicht. Bei mehr als 700 Schülern, von denen viele mit dem Rad kommen, natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

„Heutzutage haben die Räder einen anderen Preis als früher. Natürlich wünschen sich die Schüler, dass ihr Besitz nicht dauerhaft im Regen steht“, sagt Hans-Jürgen Vogt, der Vorsitzende des Vereins Pausen-Insel. Die Elterninitiative bietet in der großen Pause Snacks und Getränke zum günstigen Preis an – und hat sich mit 2000 Euro an den Kosten der Überdachung beteiligt. Der Schulverein steuerte ebenfalls 2000 Euro bei. Die Baufirma Goldbeck, die im Rahmen eines Projektes in Öffentlich-Privater-Partnerschaft (ÖPP) die Schule errichtet hat, gab 2200 Euro dazu. Die Gemeinde übernahm die Kosten für die Fundamente in Höhe von 5000 Euro.

„Es hat sich eine tolle Kooperation ergeben“, lobte Bürgermeister Claudius von Rüden. Ein Lob, das bei den Schülern ankam. Und die wollen nicht lockerlassen. „Wir planen weitere Aktionen“, sagt Schülervertreter Ole Schuer aus der Klasse 10 a. Für ihn und seine Mitstreiter Beke Neumann, Malvine Jeromin und Jan-Hendrik Karakus ist klar, dass der erste Wetterschutz nicht der letzte sein soll.