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Kreis Pinneberg

Jetzt handelt der Kaminholz-Profi

Jan Wittek mit dem fertigen Kaminholz aus Schleswig-Holstein, das er seit Juni 2016 in der Försterei Kummerfeld mit Sitz in Bullenkuhlen verkauft

Jan Wittek mit dem fertigen Kaminholz aus Schleswig-Holstein, das er seit Juni 2016 in der Försterei Kummerfeld mit Sitz in Bullenkuhlen verkauft

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Landesforsten haben mit Brennmaterial-Verkauf Verlust eingefahren. Dieser Unternehmer will es jetzt endlich besser machen.

Kreis Pinneberg.  Es gibt kaum etwas Schöneres als ein prasselndes Kaminfeuer in der guten Stube, wenn es draußen kalt ist. Nach dem langen Winter blicken viele Hausbesitzer auf leere Bestände. Nachschub muss her. Wer auf Brennholz aus der Region setzen will, hat kaum noch eine Wahl. Holz, das in den Kommunen bei Baumfäll- oder Schnittmaßnahmen anfällt, kommt nicht in den Verkauf. Und auch die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten haben die eigene Vermarktung von kaminfertigen Scheiten aus Kostengründen aufgegeben.

Jan Wittek ist in die Bresche gesprungen. Der Inhaber des gleichnamigen Forstbetriebes aus Arpsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde hat im Juni 2016 den Holzverkauf in der Försterei Kummerfeld mit Sitz in Bullenkuhlen von den Landesforsten übernommen.

Förster Ditmar Langer war 2009 auf die Idee gekommen, Brennholz nicht mehr in unhandlicher Meterware, sondern in kamingeeigneter Länge direkt an den Endverbraucher abzugeben. Ein Jahr später folgte auch der Verkauf von Wildfleisch. Alle 30 Förstereien in Schleswig-Holstein übernahmen das Vermarktungskonzept. Landesweit blieben die Landesforsten damit jedoch trotz großer Anstrengungen in den roten Zahlen. Ende 2015 fiel der Beschluss, für beide Geschäftsfelder Privatunternehmen als Lizenznehmer zu suchen.

„Wir haben uns beworben und den Zuschlag für die Försterei Kummerfeld erhalten“, sagt Wittek. Der Unternehmer verkauft jetzt das „Holsteiner Holz“ und das Wildfleisch der Marke Feinwild, das er wiederum von den Landesforsten bezieht. „Wir kaufen Rundholz ein, das auf unserem Holzhof in Arpsdorf in der Biogasanlage getrocknet wird.“ Von dort aus transportiert der 37-Jährige die Ware nach Bullenkuhlen, wo sie im Direktverkauf abgesetzt oder den Kunden auf Wunsch vor die Haustür geliefert wird.

„Wenn der Winter zu Ende geht, kaufen die Leute frisches Holz für die kommende Heizsaison“, sagt Wittek. Das reine Buchen- oder Eschenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit hohem Heizwert wird in einer Standardlänge von 28 Zentimetern abgegeben. Andere Längen wie 25 oder auch 20 Zentimeter sind auf Nachfrage ebenfalls möglich. Der Schüttraummeter kostet aktuell 85 Euro, hinzu kommt im Fall der Lieferung an die Haustür noch eine Pauschale.

„Wir haben einen guten bestehenden Kundenstamm übernommen“, sagt der Unternehmer, der sich natürlich über weitere Abnehmer freuen würde. Die Verkaufsstelle auf dem Hof der Försterei mit Sitz in Bullenkuhlen ist im April jeweils sonnabends von 9 bis 14.30 Uhr geöffnet. Im Mai ist an zwei Terminen – 13. und 27. Mai – offen, dann beginnt die Sommerpause. „Eine Anlieferung ist aber das ganze Jahr über möglich“, sagt der 37-Jährige.

Sein Unternehmen mit elf Mitarbeitern agiert als klassischer forstwirtschaftlicher Dienstleister, der für Privatleute, die Landesforsten und auch für Kommunen tätig ist. Die setzen inzwischen kaum noch eigenes Personal für die Grünpflege ein. „Das Holz, das bei Fäll- oder Schnittmaßnahmen anfällt, wird von den beauftragten Firmen verwertet“, sagt Anja Liedtke, die Sprecherin der Gemeindewerke Halstenbek. Der Wert des anfallenden Holzes werde in der Regel bei der Auftragsvergabe gegengerechnet. Am Krupunder See bleibe der Rückschnitt in der Regel als Zuflucht für Kleintiere am Boden liegen.

Die Gemeindewerke betreuen in Halstenbek den Gartenabfallplatz. Dort haben die Halstenbeker Bürger die Möglichkeit, ihren Grünabfall gegen Entgelt abzugeben. Es fallen 2700 Kubikmeter pro Jahr an, das entspricht 150 Standardcontainern. „Ein Dienstleister holt diese ab und führt das Material der Wiederverwertung zu“, berichtet Liedtke. Das Material könne zu Hackschnitzel, Kompost oder Material für Heiz- oder Biogasanlagen verarbeitet werden. Selbst herstellen oder vermarkten wolle die Gemeinde derartige Produkte nicht.

Auch andere Kommunen bieten auf ihren Bauhöfen einen derartigen Service nicht oder nicht mehr an. Für Firmen wie die von Wittek ist das eine Chance. Er verkauft in Bullenkuhlen Produkte wie etwa Hackschnitzel oder auch Rindenmulch für den Garten – alles hergestellt aus Holz aus Schleswig-Holstein.