Pinneberg
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Schüler lernen Umgang mit Hass im Internet

JCS-Schüler arbeiten im Projekt „#NichtEgal“ an ihrem Video

Foto: Felix Busjaeger / HA

JCS-Schüler arbeiten im Projekt „#NichtEgal“ an ihrem Video

Im Rahmen eines google-finanzierten Projekts lernen Klassen der Johann-Comenius-Schule, wie sie sich im Internet verhalten sollten

Pinneberg.  YouTube, Facebook, Instagram oder Snapchat. Jeden Tag interagieren Schüler in sozialen Netzwerken, sind teilweise aktive Mitglieder der Communitys und kommentieren Fotos oder Videos. Dabei werden sie mit Meinungen anderer Nutzer konfrontiert und manchmal auch persönlich angegriffen. Doch wie reagiert man auf solche Hassbeiträge richtig?

Im Rahmen von "#NichtEgal", einem google-finanzierten Projekt, lernen fünf Klassen der Pinneberger Johann-Comenius-Schule aus den Jahrgangsstufen 7 und 8, sowie eine 11. Klasse an zwei Projekttagen den Umgang mit Mitmenschen im Alltag und in der digitalen Welt. Mit Unterstützung des Vereins Blickwechsel wurden am ersten Projekttag die Schüler der 11. Klasse zu Mentoren ausgebildet. Auf Grundlage eigener Erfahrungen im Umgang mit sozialen Netzwerken entwickelten sie Strategien, wie man auf Diskriminierung soll und produzierten Videos als Reaktion auf Ausgrenzung und Hetze. Richtig zu reagieren, ist dabei gar nicht so einfach und situationsabhängig. In einem Fall kann Humor die richtige Antwort sein, in einem anderen ist es besser, einen Hassbeitrag zu ignorieren.

Am zweiten Tag arbeiten die Mentoren mit den jüngeren Schülern und unterstützen diese bei der Entwicklung von eigenen Videos, die sich kritisch mit digitaler Diskriminierung auseinandersetzen. Dabei entscheiden die Schüler selbst, ob sie ihre Arbeiten auf sozialen Netzwerken teilen möchten. Tobias Immer, Fachleitung Wirtschaft/Politik, ist von dem Engagement der Schüler begeistert und erklärt: "Immer mehr Schüler sind auf sozialen Netzwerken aktiv und können Opfer von Hetze und Diskriminierung werden. Das Projekt ist kein Ansatz, dies zu verhindern, sondern soll ihnen einen sinnvollen Umgang damit zeigen." Der Umgang mit dem Internet sei heute allgegenwärtig, eine Tabuisierung der Gefahr würde keinen Erfolg bringen.

Die Schüler Robert Waigert, Cansu Seren, Niklas Beyer, Leonie Huth und Phil Preussel, alle aktive Nutzer von sozialen Plattformen, sprechen von einer interessanten Erfahrung und finden die Arbeit mit den jüngeren Schülern gut. "Wir sind schon länger im Internet unterwegs und können aus eigenen Erfahrungen berichten", sagt Seren. Dass die Schüler jetzt einen respektvollen Umgang lernen, findet sie gut.

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