Pinneberg
Verkehr

Achtung! Ab April blitzt's in Schenefeld auch bei Rot

Die Messanlage an der LSE in Schenefeld wird in Richtung Pinneberg um einen Rotlichtblitzer erweitert

Foto: Katy Krause

Die Messanlage an der LSE in Schenefeld wird in Richtung Pinneberg um einen Rotlichtblitzer erweitert

Im Kreis Pinneberg wurden bislang nur Geschwindigkeitsverstöße fotografiert. Das ändert sich in Kürze

Kreis Pinneberg.  Der Kreis rüstet im Kampf gegen Raser auf. Die Anzahl der Kameras für die festinstallierten Blitzer wird verdoppelt – und Schenefeld bekommt voraussichtlich im April den ersten Rotlichtblitzer im Kreis Pinneberg. Noch in diesem Jahr wird außerdem die mobile Messtechnik erneuert, um die Qualität der geschossenen Bilder zu verbessern.

40.000 Euro investiert der Kreis, der gemeinsam mit der Polizei für die Geschwindigkeitsüberwachung zuständig ist, in den ersten Rotlichtblitzer. Er erweitert die 2012 errichtete Anlage an der LSE (Altonaer Chaussee), wo beidseitig mittels Lasertechnik der Verkehr überwacht wird. Erweitert um einen Rotlichtblitzer wird die Messanlage in Fahrtrichtung Pinneberg. Hier ist die Fahrbahn zweispurig und kurze Zeit später folgt das Ortsausgangsschild, sodass viele Autofahrer aufs Gas treten und auch mal bei Dunkelgelb oder Rot über die Fußgängerampel brausen.

Das kommt ihnen künftig teuer zu stehen. Intern rechnet der Kreis mit bis zu fünf Rotlichtverstößen pro Woche, sodass sich die Anschaffung in 16 Monaten amortisieren könnte. "Ende März wird ein Ortstermin mit der von uns beauftragten Firma erfolgen, danach soll die Komponente kurzfristig installiert werden", sagt Dörte Koppelmann, Leiterin der Bußgeldstelle.

Auch eine zweite Maßnahme ist bereits beauftragt und kann kurzfristig umgesetzt werden: Für 106.969 Euro erneuert der Kreis die Kameras, die im Wechsel die sechs sogenannten Starenkästen bestücken. "Bisher standen uns dafür zwei Kameras zur Verfügung, künftig werden es vier sein", erläutert Dörte Koppelmann. Die neuen Kameras sollen dank Digitaltechnik gestochen scharfe Aufnahmen liefern und dank ihrer Steckverbindung in kurzer Zeit einsatzbereit sein.

Rechtzeitig zur Auslieferung der neuen Kameras sind die Blitzer-Standorte technisch überarbeitet worden. Teilweise waren voriges Jahr nur drei der sechs Standorte betriebsbereit. Inzwischen hat sich das geändert. In Borstel-Hohenraden wird nach der Erneuerung der Kontaktschleifen bereits wieder geblitzt. Für Heede und Bokholt-Hanredder steht in Kürze der Eichtermin an, sodass auch diese beiden Anlagen wieder eingesetzt werden können. Die drei weiteren befinden sich in Rellingen, Bilsen und Langeln.

141 Fahrverbote, die von der Bußgeldstelle des Kreises im vorigen Jahr erlassen wurden, gehen auf die Fotos der sogenannten ortsfesten Anlagen zurück. Allein 70 dieser Fälle stammen aus Schenefeld. 2015 gingen noch 134 Fahrverbote auf das Konto dieser Anlage. "Die Zahlen in Schenefeld pendeln sich langsam nach unten ein. Das ist ja auch Sinn und Zweck der Anlage, dass an dieser Stelle das Tempolimit beachtet wird", sagt Koppelmann.

Ein Fahrverbot resultiert aus dem Einsatz der Laserpistole, 193 Fahrverbote "erblitzte" die mobile Anlage Eso3.0. Das Gerüst wurde 2008 zu einem Preis von 95.000 Euro beschafft. Die Kamera hat bis jetzt mehr als 900.000 Fotos geschossen. "Der Hersteller empfiehlt nach 800.000 Bildern einen Austausch, wir sind also deutlich drüber", so Koppelmann weiter.

Die neue mobile Messanlage wird im Gegensatz zum Vorgänger kabellos sein, sodass zusätzliche Messorte möglich werden. Sie läuft acht Stunden im Dauerbetrieb ohne Akkuwechsel, kann schneller in Betrieb genommen werden, ist deutlich kleiner und damit für Autofahrer schlechter zu entdecken. 123.500 Euro kostet die neue Anlage, ein neues Messfahrzeug ist in der Summe inklusive.

"Wir bereiten derzeit die öffentliche Ausschreibung vor, um die Anschaffung so schnell wie möglich vornehmen zu können", sagt Dörte Koppelmann. Bei der Geschwindig­keits­-überwachung kümmert sich der Kreis nur um die Bußgeldfälle. Die Verwarngelder für geringe Vergehen, die den größten Teil der "Blitzereinnahmen" ausmachen, bearbeitet die Zentrale Ordnungswidrigkeitenstelle in Neumünster. Dem Kreis fließen erst später Teile dieser Einnahmen zu. Nur wenn ein Verwarngeld nicht bezahlt wird oder der Temposünder Widerspruch einlegt, wird die Bußgeldstelle des Kreises aktiv. Sie bearbeitete 2016 13.427 Fälle – 1540 mehr als 2015. 335 Fahrverbote wurden 2016 gegen Raser verhängt, das sind 40 weniger als noch im Vorjahr. Der Kreis erzielte aus den von ihm bearbeiteten Fällen Einnahmen in Höhe von 484.106,37 Euro, hinzu kommen 184.063,91 Euro für Gebühren und Auslagen.

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