Pinneberg
Quickborn

Ein gemütliches Konzert auf dem Dachboden

Vor dem Konzert muss sich Pianist Martin Seeck erstmal mit dem Flügel vertraut machen. Hausherrin Margreth Cotterell freut sich auf zahlreiche Besucher

Vor dem Konzert muss sich Pianist Martin Seeck erstmal mit dem Flügel vertraut machen. Hausherrin Margreth Cotterell freut sich auf zahlreiche Besucher

Foto: Elvira Nickmann / HA

Der Helenenhof in Quickborn-Renzel mausert sich zum Kulturzentrum. Pianist Martin Seeck spielt dort am Sonntag Mozart und Schubert.

Quickborn.  2001 hat Margreth Cotterell den Helenenhof in Quickborn-Renzel gekauft. Dass sich dort seit vorigem Jahr auch ein Saal für kulturelle Veranstaltungen befindet, gilt bislang allerdings noch als Geheimtipp. Doch für den Pianisten Martin Seeck, der an diesem Sonntag ein Konzert im Helenenhof gibt, hat der Standort einen wesentlichen Vorteil: „Die Kunst kommt hier zu den Menschen, das finde ich gut.“

Auf dem 100 Jahre alten Rönisch-Flügel, der in dem Veranstaltungsraum steht, wird er Sonaten von Mozart und Schubert zu Gehör bringen. „Das passt auch tonartlich ganz prima“, erklärt der Musiker, der sich vor allem der klassisch-romantischen Musik verschrieben hat, die er auf lebendige Weise vermitteln will.

„Ich möchte die Distanz zu den Komponisten ein bisschen auflösen und Schwellenängste nehmen“, sagt er. Lieblingskomponisten habe er nicht, denn jedes Stück müsse im Moment des Spielens vergessen lassen, dass es andere Komponisten gebe. Kennengelernt haben sich der Hamburger Seeck und Margreth Cotterell bei einem Konzert eines russischen Chors in der Quickborner Marienkirche. Ein anschließenden Besuch Seecks auf dem Helenenhof besiegelte die Kooperation der Kunstförderin und des Künstlers für ein Konzert.

Bei der ersten öffentlichen Musikveranstaltung auf dem Hof spielte Pianist Hartwig Karstens im Sommer 2016 anlässlich des 600. Geburtstags des Ortsteils Renzel auf dem ausgebauten Dachboden, einem ehemaligen Heuboden, dessen Dach bei der Modernisierung des Hofs isoliert wurde.

„Plötzlich hatten wir dadurch einen schönen holzgetäfelten Dachboden mit guter Akustik, auf dem wir zunächst nur Familienfeste feierten“, erzählt Margreth Cotterell. Als Freunde dann ihren Rönisch-Flügel dort unterstellten und sich ein Pianist zu Hauskonzerten einfand, dachte die umtriebige Seniorin darüber nach, den Raum auch für öffentliche Veranstaltungen zu öffnen. „Ich wollte ihn aus seinem Dornröschenschlaf wecken“, beschreibt sie ihr Anliegen. Zu einer Geburtstagsfeier schenkte ihr jeder Gast einen Stuhl. Damit konnte sie 100 Besuchern Sitzplätze bieten.

Inzwischen ist Cotterell frischgebackenes Mitglied des Kultur-Vereins Quickborn, der ihre Arbeit unterstützt und weitere Veranstaltungen im Helenenhof plant. Angebote von Künstlern gibt es genug. „Die Künstler kommen zu mir, nicht ich zu ihnen“, freut sich Margreth Cotterell.

Konzert: Sonntag, 5. März, 18 Uhr, Helenenhof, Dorfstraße 51, Quickborn, Eintritt frei, Spende erbeten