Pinneberg
Kultur

Botschaften im Wedeler Ernst-Barlach-Museum

Saphira Fork präsentiert ihr Kunstwerk „Die ungerade Linie“ während der Vernissage auf dem Boden liegend im Ernst Barlach Museum in Wedel

Saphira Fork präsentiert ihr Kunstwerk „Die ungerade Linie“ während der Vernissage auf dem Boden liegend im Ernst Barlach Museum in Wedel

Foto: Felix Busjaeger / HA

Jugendliche setzten sich im Rahmen des Projekts „Barlach Go Young“ intensiv mit Hundertwasser-Ausstellung in Wedel auseinander.

Wedel.  „Die gerade Linie ist gottlos. Die gerade Linie ist die einzig unschöpferische Linie.“ Dieses Zitat von Friedensreich Hundertwasser nahm Saphira Fork zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit. „Auch das Leben verläuft nicht immer geradlinig“, sagt die Schülerin, die sich in den vergangenen Wochen im Ernst Barlach Museum Wedel zur Museumsbotschafterin ausbilden ließ. In ihrer Projektion möchte sie zeigen, dass auch Umwege zum Ziel führen.

Zwischen all den Hundertwasser-Gemälden steht seit dem 24. Februar eine Reihe von weiteren Kunstwerken. An vielen Stellen des Hauses entdeckt der Besucher Video-Installationen, die kurze Clips abspielen und künstlerisch in Szene gesetzt wurden. Für die jungen Museumsbotschafter stellt die Vernissage ihres eigenen Kunstprojekts ein Highlight während ihrer Ausbildung im Museum dar.

Unter dem Projektthema „Gestalten einer besseren Zukunft“ haben zwölf Jugendliche zwischen 14 und
18 Jahren in den vergangenen Wochen eine eigene Idee entwickelt, ein Konzept entworfen und künstlerisch umgesetzt. Unter der künstlerischen Leitung der Filmerin Ariane Bethusy-Huc und des Installationskünstlers Arne Lösekann wurde das Smartphone zu einem Gegenstand, der voller künstlerischer Möglichkeiten steckt. Mit der Kamera wurden Bilder eingefangen, die schließlich zu einer Video-Montage zusammengefügt wurden. Am Ende entstanden so acht vollständig unterschiedliche Installationen.

„Die Jugendlichen haben eine Ausstellung in der Ausstellung geschaffen, die losgelöst von der Hundertwasserausstellung ein Kunstwerk ist“, sagt Heike Stockhaus, Geschäftsführerin des Ernst Barlach Museums. Ariane Bethusy-Huc ergänzt: „Ich fand es super schön zu sehen, wie sich die Jugendlichen während der Arbeit an dem Projekt entwickelt haben. Von der losen Idee bis zur fertigen Installation war es ein langer Weg, aber es hat sich echt gelohnt. Sie haben gelernt, dass Kunst nur im Tun entstehen kann.“

Die Kunstprojekte sind viel mehr als ein Beitrag zur Hundertwasserausstellung: Vielmehr entstand ein neues Museumsprofil, das zeigt, was Kunst ist, was Kunst kann und dass sie immer ein lebendiger Prozess ist. Die Ausstellung „Hundertwasser – Wege ins Paradies“ kann noch bis zum 5. März besucht werden.

Ausstellung im Ernst Barlach Museum Wedel bis 5. März, Mühlenstraße 1, Di bis So. 11 bis 18 Uhr, angemeldete Gruppen und Klassen: 9 bis 19 Uhr, 04103/91 82 91