Pinneberg
Kreis Pinneberg

Regio Klinik spendiert Mitarbeitern Frühstück

Foto: Burkhard Fuchs

Obwohl Personal fehlt, sollen die Mitarbeiter wieder bewusst Pause machen. Geschäftsleitung spendiert täglich frisches Frühstück.

Kreis Pinneberg.  Bundesweit haben am Dienstag Mitarbeiter in den Krankenhäusern und auch Gewerkschaften auf den Pflegenotstand aufmerksam gemacht. Unter dem Motto: „Heute schon Pause gemacht?“ beteiligte sich auch die Belegschaft am Regio-Klinikum in Elmshorn. „Bundesweit fehlen in den Kliniken 162.000 Stellen, allein in der Pflege sind es 70.000“, erklärt Gewerkschaftssekretärin Heike Maser-Festersen von Verdi den Hintergrund der Aktion.

Dabei gehen die Regio Kliniken mit gutem Beispiel voran. So haben die Geschäftsleitung und der Betriebsrat im Klinikum Elmshorn vor vier Wochen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge mehrere Maßnahmen getroffen und ein Angebot geschaffen, das für eine neue Pausenkultur im Krankenhaus sorgen soll, berichtet Betriebsratsvorsitzende Herta Laages. „Eine Pausenkultur kennen wir schon lange nicht mehr“, sagt Laages. „Die Kollegen beißen meist zwischendurch mal in ein Brötchen, nehmen sich einen Coffee to go, rennen zur Klingel, sprinten zum Telefon, suchen die Akte. Alles zwischendrin. Wir stehlen uns so die Pause, die dann keine mehr ist.“

Um den Mitarbeitern das Angebot schmackhaft zu machen, für eine halbe Stunde die Arbeit ruhen zu lassen und von den Stationen in die Cafeteria im Erdgeschoss zu gehen, spendiert die Geschäftsleitung ihnen jetzt täglich ein für sie kostenloses, frisches Frühstück, berichtet Geschäftsführerin Angela Bartels. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter sich diese Zeit nehmen, um sich von der anstrengenden Arbeit zu erholen und sich auszutauschen.“

Damit dies möglich wird, müssten sich die Pflegekräfte in den einzelnen Stationen natürlich absprechen. Das gelinge inzwischen immer besser, auch wenn dies im OP nicht so einfach zu organisieren sei, sagt Betriebsratschefin Laages. Aber um die 150 der 600 Mitarbeiter im Klinikum Elmshorn nutzten regelmäßig diese Frühstückspause. Dieses Angebot solle jetzt auf die anderen Häuser der Regio Kliniken in Pinneberg und Wedel übertragen werden, kündigt Geschäftsführerin Bartels an.

Auch die Regio Kliniken spürten zunehmend den Fachkräftemangel, erklärt Bartels. Mit ihrem Ausbildungszentrum, das insgesamt 243 Krankenschwestern und -pfleger schult, könnten sie diesem Mangel an Nachwuchs noch relativ erfolgreich begegnen. Auch wenn inzwischen ganze Ausbildungskurse nach dem erfolgreichen Abschluss weiter beschäftigt würden, reiche auch dies nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken. „Wir müssen uns auch um Fachkräfte auf dem freien Markt bemühen“, erklärt Bartels.

Die Verdi-Sekretärin Maser-Festersen hofft, dass diese Aktion „keine Eintagsfliege bleibt“, wie sie sagt. „Das ist ein richtiger Schritt. Aber viele Klinikbeschäftigte bleiben dauerhaft überlastet, weil in der Vergangenheit Arbeitsplätze gestrichen wurden.“