Pinneberg
Haseldorf

Eine Milchtankstelle für die Marsch?

Joachim Steinhardt-Wulff (v. r.), Tina Varga-Schicht und Thomas Körner

Joachim Steinhardt-Wulff (v. r.), Tina Varga-Schicht und Thomas Körner

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Umweltschützer und Tourismusverein „Tourismus in Marsch und Geest“unterstützen die Initiative. Eine Umfrage läuft bereits.

Haseldorf.  Einen neuen Weg der Vermarktung des Produkts seiner 100 Milchkühe möchte Thomas Körner beschreiten. „Wir wollen die Haseldorfer Marsch mit richtiger Milch beglücken“, sagt der Landwirt. Auf dem Hof, Kamperrege 70, soll eine Milchtankstelle entstehen. Die verkaufte Rohmilch sei deutlich geschmacksintensiver und verfüge über mehr Nährstoffe als die im Supermarkt verkaufte Frisch- oder H-Milch. Selbstvermarktung wird derzeit erst auf drei Höfen im Kreis betrieben.

„Hohe Volatilität“ macht er beim Milchpreis aus. Derzeit zahlt seine Molkerei 34 bis 35 Cent pro Liter. Im Sommer waren es noch 20 Cent. „Damit kann kein Landwirt kostendeckend produzieren“, sagt Körner. Und der nächste Preisverfall sei nur eine Frage der Zeit.

Von „wir“ kann der Bauer sprechen, weil er bei der Suche nach einer zusätzlichen Einnahmequelle zwei Unterstützer hat. Die Idee kam ursprünglich von Jochen Steinhardt-Wulff von der Arge Umweltschutz Haseldorfer Marsch. Er ist ein Verfechter des ressourcenschonenden Einkaufs regionaler Produkte. Der Lehrer im Ruhestand konnte den Landwirt überzeugen.

Zweiter Unterstützer ist der Verein Tourismus in Marsch und Geest (TiMuG). „Eine Milchtankstelle wäre eine zusätzliche Attraktion für die Region, und wir wollen einem regionalen Unternehmen helfen“, sagt Tourismusmanagerin Tina Varga-Schicht. In der Haseldorfer Marsch gibt es außer Körner nur noch zwei Milchbauern, in den angrenzenden Gemeinden Heist und Moorrege noch je einen, in Holm keinen mehr.

Einen Haken könnte die Idee aus der Sicht des Landwirtes jedoch haben. Körner ist sich nicht sicher, ob sich das Projekt rentiert. Von 20.000 Euro Investitionskosten geht er aus. Der Liter Rohmilch soll einen Euro kosten. 40 bis 60 Liter müssten täglich verkauft werden.

Um herauszufinden, ob sich genügend Kunden für seine Milchtankstelle interessieren würden, macht Körner zusammen mit Arge und TiMuG derzeit in der Haseldorfer Marsch eine Umfrage. Fragebögen sind an alle Haushalte verteilt worden. Auf der Internetseite www.elbmarschenhaus.de gibt es weitere Informationen. Bis Ende dieses Monats soll die Befragung ausgewertet worden sein.