Sportstätten

Land will Sanierungsstau in Schwimmbädern abbauen

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Fabian Schindler
Knapp 250.000 Euro steuert das Land zur Sanierung der Schwimmhalle in Uetersen bei. Innenminister Stefan Studt überreichte Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen den Förderbescheid

Knapp 250.000 Euro steuert das Land zur Sanierung der Schwimmhalle in Uetersen bei. Innenminister Stefan Studt überreichte Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen den Förderbescheid

Foto: Fabian Schindler

Uetersen und Pinneberg bekommen Finanzspritze aus Kiel für dringend notwendige Reparaturarbeiten an ihren Schwimmhallen.

Uetersen/Pinneberg. Fabian Schindler, Jana Lübker, Felix Busjaeger

Die Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle in Uetersen ist das älteste Schwimmbad im Kreis Pinneberg und das zweitälteste im Land Schleswig-Holstein. Und das Hallenbad von 1928 ist ein Sanierungsfall, wie so viele Schwimmbäder im Land. Die Stadt muss demnächst für die Sanierung des derzeit undichten Hauptbeckens 500.000 Euro ausgeben. Für die Rosenstadt, die unter dem finanziellen Rettungsschirm des Landes steht, ist das eine enorme finanzielle Belastung.

„Wir würden uns wünschen, dass sich die umliegenden Gemeinden direkt am Unterhalt der Schwimmhalle beteiligen würden“, sagt Bürgermeisterin Andrea Hansen. Denn die Gemeinden nutzen die Halle mit. Für Vereine, Schulen, VHS-Kurse. Die Gemeinden blocken aber ab. Seit Jahren. Der Unterhalt des Bades kostet Uetersen knapp 360.000 Euro im Jahr, das jährliche Defizit lag zuletzt bei knapp 100.000 Euro. Die Stadt kann finanzielle Hilfe also gut gebrauchen. Die ist nun eingetroffen.

In Uetersen, und der ebenfalls finanziell angeschlagenen Stadt Pinneberg hat Innenminister Stefan Studt (SPD) am Freitag Förderbescheide vom Land überreicht, damit die stark genutzten Schwimmhallen beider Städte saniert werden können. Mit 249.950 Euro unterstützt das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten Uetersen, Pinneberg erhält 208.250 Euro als Finanzspritze. Diese Summe entspricht etwa der Hälfte des jeweils benötigten Geldes, die restliche Finanzierung obliegt den Städten.

Insgesamt stehen in Schleswig-Holstein im laufenden Haushaltsjahr 2,75 Millionen Euro für die Sportstättenförderung zur Verfügung. Und die werden nun verteilt. Die Förderquote für Landesmittel beträgt dabei maximal 50 Prozent der Investitionssumme und höchstens 250.000 Euro für eine zu fördernde Maßnahme.

Pinneberg saniert als Erstes drei Filteranlagen

Pinnebergs Schwimmbad ist aus den 70er-Jahren und stark sanierungsbedürftig. „Unsere erste Investition betrifft die Sanierung der drei Filteranlagen“, sagt Sven Hanson, Geschäftsführer der Stadtwerke Pinneberg. Das sei überfällig. Für die anstehenden Arbeiten soll die Schließungszeit im kommenden Herbst genutzt werden. Uetersen will mit dem Fördergeld das leckende Hauptbecken im Hallenbad durch eine Edelstahlwanne ersetzen. Im Juli soll mit dem viermonatigen Einbau begonnen werden. Der Betrieb wird indes weitergehen, das kleine Becken bleibt geöffnet, damit Schulen nicht auf den dringend notwendigen Schwimmunterricht verzichten müssen.

Dass das Geld gut investiert ist, davon ist Minister Studt überzeugt. Die Schwimmkompetenz, insbesondere die junger Menschen, müsse erhalten und gefördert werden. Dazu seien intakte Schwimmbäder notwendig, „Viele Schwimmsportstätten im Land sind sanierungsbedürftig“, sagt Studt. Die Instandhaltung der Sport- und Schwimmstätten sieht er als eine Herkulesaufgabe für die Gesellschaft an. Bundesweit, so Studt, bestehe derzeit bei Sport- und Schwimmstätten eine Sanierungsstau in Höhe von elf Milliarden Euro. „Mit dem bereitgestellten Fördergeld kann dieser Sanierungsstau effektiv abgebaut werden“, sagt der Minister. „Wir haben einen zehnjährigen Finanzierungsplan. Unser Fokus liegt momentan auf der Sanierung von Schwimmstätten. In den nächsten Jahren wollen wir das Spektrum der Förderung auf weitere Sportstätten erweitern“, sagt der Innenminister.

Pinnebergs und Uetersens Schwimmhallen seien für die Region bedeutend. In beiden Städten ist eine erhöhte Nutzung der Schwimmhalle durch Schul- und Schwimmvereine festgestellt worden. Dennoch ist der Betrieb in Pinneberg mit knapp 1,2 Millionen Euro pro Jahr defizitär. Uetersens und Pinnebergs Schwimmbädern drohte daher zeitweise das Aus. „Wir wollen unbedingt das Schwimmbad in Pinneberg erhalten,“ sagt Klaus Seyfert, Pinnebergs Erster Stadtrat. Uetersens Bürgermeisterin Hansen sieht das ebenso. Trotz aller Probleme, seien die Hallenbäder für die Region unersetzlich.

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