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Elmshorn holt auf, ist aber nicht top

Innenstadt-Umfrage: Einzelhandel muss auf Erlebnisse und digitalen Service setzen

Elmshorn. Der Online-Handel ist doch nicht der Tod der Innenstädte. Das ist das jedenfalls das Ergebnis einer groß angelegten Einzelhandelsstudie, deren Ergebnisse am Montag in Elmshorn präsentiert wurden. Demnach hat sich das Wachstum des Onlinehandels stabilisiert und keinen nennenswerten Einfluss auf die Bewertung der Innenstädte. Die Elmshorner Einzelhändler stehen demnach nicht in unmittelbarer Konkurrenz zum digitalen Markt, sondern eher zur Hamburger Innenstadt.

Paul Raab, Leiter der IHK-Zweigstelle Elmshorn, beobachtet sogar eine gegenläufige Entwicklung: Online-Händler mieten Ladenflächen. „Von einem Trend zu sprechen, ist noch zu früh. Aber allein in Elmshorn sind mir zwei Fälle bekannt“, sagt Raab. Zum zweiten Mal hat Elmshorn sich an der bundesweiten Umfrage „Vitale Innenstädte“ des Kölner Instituts für Handelsforschung beteiligt. Um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, wurde die Befragung von Passanten zeitgleich an zwei Tagen im September 2016 vorgenommen. Insgesamt nahmen 121 Städte teil – 2014 waren es nur 62. Aus dem Kreis Pinneberg ist Elmshorn einziger Teilnehmer. Das Stadtmarketing hat die Befragung vor Ort durchgeführt.

49 Prozent der Einkäufer bleiben unter einer Stunde

Die Elmshorner City (50.000 Einwohner) wurde mit der Gesamtnote 3,4 bewertet. Vor zwei Jahren war es noch eine 3,7. Die Durchschnittsnote von Kleinstädten bis zu 25.000 Einwohnern liegt bei 2,8. In der Größenordnung bis zu 500.000 Einwohnern bei 2,3. Ambiente und Flair haben den größten Einfluss auf die Bewertung der Innenstädte. So ist zu erklären, dass durch historische Gebäude geprägte Städte wie Leipzig, Erfurt, Heidelberg, Wismar oder Quedlinburg als besonders attraktiv bewertet wurden. Elmshorn kann in dieser Hinsicht nicht punkten. Das lässt sich auch an der kurzen Verweildauer erkennen. So halten sich 49 Prozent der Befragten unter einer Stunde in der Elmshorner Innenstadt auf. In vergleichbaren Städten liegt der Anteil lediglich bei 29 Prozent.

„Das heißt, wir müssen den Besuchern stärker Anlass bieten, sich länger aufhalten zu wollen“, sagt Marc Ramelow, Vorsitzender Stadtmarketing Elmshorn und Inhaber des Modegeschäfts Ramelow. Maßnahmen wie die Sonnenstühle im Skulpturenpark würden gut angenommen. Events wie die Kombination aus Musiknacht und Weinfest hätten sich als Publikumsmagnet erwiesen. Die Gastronomie sei noch ausbaufähig.

Digitaler Service wie kostenfreies WLAN, aber auch online Informationen über Geschäfte abrufen oder Ware im Internet reservieren zu können, wird als wichtig angesehen. „Mitte des Jahres werden wir deshalb mit einer Plattform für Händler online gehen“, sagt Stadtmarketing-Chefin Manuela Kase.