Pinneberg
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DAK-Kampagne: Kunst gegen Komasaufen

Sie setzen sich für frühzeitige Prävention in Sachen Alkohol ein: Stefan Albrecht von der Diakonie Suchtberatung in Pinneberg (v.l.), Thomas Ehlert, Leiter des Servicezentrums der DAK und Landrat Oliver Stolz "

Sie setzen sich für frühzeitige Prävention in Sachen Alkohol ein: Stefan Albrecht von der Diakonie Suchtberatung in Pinneberg (v.l.), Thomas Ehlert, Leiter des Servicezentrums der DAK und Landrat Oliver Stolz "

Foto: Jana Lübker / HA

Wettbewerb für Schüler: Bis zum 31. März können Werke eingereicht werden. DAK-Kampagne „bunt statt blau“ soll aufklären und helfen.

Pinneberg.  Die Zahlen sind alarmierend: Im Jahr 2015 verzeichnete die DAK-Gesundheit im gesamten Kreis Pinneberg 48 Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen im Alter von 15-19 Jahren. In der Altersklasse der 10-14-Jährigen waren es acht Fälle.

Damit nicht genug. Wie eine Befragung der Leuphana Universität in Lüneburg an 17 Schulen aus sieben Bundesländern ergab, trinken bereits zehn Prozent der 12-Jährigen Jungen wöchentlich Alkohol. 36,6 Prozent der Schüler trinken zudem regelmäßig. Das Durchschnittsalter des Erstkonsums von Alkohol liegt bei 15,6 Jahren. „Die Dunkelziffer ist natürlich viel höher, diese Daten basieren nur auf die gemeldeten Fälle“, so Thomas Ehlert, Leiter des Servicezentrums der DAK in Pinneberg.

Prävention ist daher besonders wichtig, die bundesweite DAK-Präventionskampagne „bunt statt blau“, an der sich auch Pinneberg beteiligt, jährt sich in diesem Jahr zum achten Mal. Es werden die besten Schüler-Plakate gegen den Alkoholmissbrauch gesucht. Bis zum 31. März haben Schüler im Alter von 12 bis 17 Jahren die Möglichkeit, ihr Werk abzuliefern. In allen 16 Bundesländern werden die besten Siegerplakate ausgezeichnet. Zu gewinnen gibt es wertvolle Geld- und Sachpreise. Auch in den sozialen Netzwerken haben Schüler die Möglichkeit, beispielsweise auf Instagram ein Bild oder Video von ihrem Plakat hochzuladen. „Wir haben alle Schulen im Kreis angeschrieben, um bei der Aktion mitzuwirken. Begleitet wird die Kampagne durch eine Ausstellung bei uns, wo die Werke aller Landes- und Bundessieger ausgestellt sind“, so Ehlert. 2016 sei ein Rückgang der Klinikaufenthalte zu verzeichnen, von Entwarnung könne aber noch keine Rede sein.

Stefan Albrecht von der Diakonie Suchtberatung in Pinneberg findet frühzeitige Prävention gegen das Rauschtrinken wichtig: „Schüler beschäftigen sich nicht bewusst mit dem Thema, sie kommen eher wegen anderer Suchtprobleme zu uns.“ Landrat Oliver Stolz unterstützt die Aktion. Prävention sollte früh starten, um Jugendlichen rechtzeitig die Schattenseiten des Alkohols aufzuzeigen. Es sei zu leicht für sie, an Alkohol ranzukommen. Deshalb finden von Kreisseite auch verstärkt Alterskontrollen statt, beispielsweise an Tankstellen und Kiosken. Jährlich finden etwa 15 Kontrollen dieser Art im Gebiet des Kreises Pinneberg statt.