Pinneberg
Moorrege

Amtshaus: Der Streit um Neubau eskaliert

Um die Zukunft des Amtshauses in Moorrege gibt es Streit

Um die Zukunft des Amtshauses in Moorrege gibt es Streit

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Groß Nordender Bürgermeisterin kritisiert „Fake News“ und fordert rationale Entscheidung. Anbau-Befürworter: „Die Stimmung kippt“.

Moorrege.  „Nicht auf das Niveau von Fake News begeben“ – so lautet der Appell der Groß Nordender Bürgermeisterin Ute Ehmke zur Diskussion um Neubau oder Anbau des Verwaltungsgebäudes des Amtes Geest und Marsch Südholstein, das bislang seinen Sitz in Moorrege hat. Sie mahnt in einem offenen Brief an, „nicht emotional, sondern rational zu entscheiden“.

So seien während der jüngsten Amtsausschusssitzung Kosten für den Anbau heruntergerechnet und für den Neubau hochgerechnet worden, kritisiert die Groß Nordenderin. So hatte etwa Moorreges CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Plettenberg behauptet, dass der Neubau die Grenze von zehn Millionen Euro überschreiten werde. Die Planungsbüros gingen dagegen nur von
8,03 bis 9,3 Millionen Euro aus. Und ein Anbau ist aus seiner Sicht deutlich billiger als die von Architekten ermittelten 4,1 Millionen Euro zu haben. Wie der Moorreger seine Zahlen errechnet haben will, erklärte er allerdings nicht.

Bürgermeisterin hofft auf Lösung

In die gleiche Kerbe schlug der Amtsvorsteher und Holmer Bürgermeister Walter Rißler (CDU), der sich ebenfalls als Anbau-Befürworter outete. Kommt der Anbau, muss auch die bestehende Bausubstanz saniert werden, wofür die Architekten 1,5 Millionen Euro veranschlagten. Rißler geht davon aus, dass diese Summe deutlich zu hoch angesetzt sei. Beide Christdemokraten verfechten damit die Meinung, dass ein Anbau günstiger als mit den von einem Büro errechneten Gesamtkosten von 5,6 Millionen Euro zu haben sei.

„Neubau und Anbau müssen mit dem gleichen Maß betrachtet werden“, entgegnet ihnen Ute Ehmke. Sie plädiert dafür, weiter beide Varianten zu prüfen und zusätzlich benötigte Informationen einzuholen. Liegen die vor, solle „zügig, aber nicht überhastet“ entschieden werden. Der Bürger erwarte einen reibungslosen Ablauf und gute Arbeitsergebnisse. Die derzeit diskutierten Kosten bereiteten auch ihr „arge Bauchschmerzen“. Sie hoffe jedoch weiter auf eine einvernehmliche Lösung.

„Frau Ehmke gehört zu den Neubau-Befürwortern“, sagt Plettenberg zu dem offenen Brief. Der Moorreger verweist darauf, dass der Anbau schon nach den jetzigen Schätzungen der Architekten deutlich günstiger als ein Neubau zu bekommen ist. Er verweist darauf, dass es voriges Jahr im Amtsausschuss eine Abstimmung mit 18 zu fünf Stimmen für einen Neubau gegeben hat. „Wäre während der jüngsten Sitzung abgestimmt worden, hätte es ein Votum für den Anbau gegeben“, behauptet Plettenberg. Denn „die Stimmung kippt.“