Pinneberg
Wedel

SPD fordert einen Bodentest für Spielplätze

Politiker wollen, dass drei Spielplätze in der Nähe des Kraftwerks getestet werden

Politiker wollen, dass drei Spielplätze in der Nähe des Kraftwerks getestet werden

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Landtagsabgeordnete wollen nach Kraftwerksausstoß weitere Messungen in Wedel. Anwohner meldeten bereits den 20. Vorfall.

Wedel.  Das Wedeler Kraftwerk spuckt wieder Asche. Am Dienstag meldeten Anwohner der Aufsichtsbehörde bereits den 20. Vorfall. Der Ascheregen der vergangenen Tage hat sich kaum gelegt, da sorgt der Besuch von drei Landtagsabgeordneten der SPD für neuen Wirbel um das Thema. Sandra Redmann, Stefan Bolln und Thomas Hölck – Mitglieder im Kieler Arbeitskreis für Umwelt, Energie und Agrar – kamen nach Wedel, um sich ein Bild zu machen.

Nach Gesprächen mit der Aufsichtsbehörde und Kraftwerksbetreiber Vattenfall besuchten sie am Mittwoch nun das Kraftwerk. Sie ließen sich von Vertretern des Unternehmens die Anlage erklären. Zudem suchten sie das Gespräch mit der Anwohnerinitiative. Ihr Fazit: „Wir erkennen ein echtes Bemühen bei Vattenfall, den Partikelausstoß zu miniminieren“, sagte der Haseldorfer Landtagsabgeordnete Hölck. Man misstraue auch der Aufsichtsbehörde und ihrer Einschätzung hinsichtlich der Gesundheitsgefahr nicht.

Trotzdem fordern die drei Politiker jetzt ein weiteres Gutachten, das die gesundheitlichen Folgen durch die sauren Partikel untersuchen soll. Zudem wollen sie den drei an das Kraftwerk angrenzenden Spielplätze auf den Grund gehen. Da in den Partikeln in geringen Mengen die gefährlichen Stoffe Arsen und Nickel gefunden wurden, bedarf es aus ihrer Sicht eine Messung der Bodenbelastung.

Gutachten empfiehlt Messungen im Schornstein

Verständnis auf der einen, Forderungen auf der anderen Seite: Wie passt das zusammen? „Es geht um einen vorsorgenden Gesundheitsschutz“, so Hölck. Er und seine Kollegen hätten vor Ort festgestellt, wie groß die Verunsicherung der Anwohner sei. Seit Juli stößt das alte Steinkohlekraftwerk am Tinsdaler Weg Partikel aus, die sich über die Nachbarschaft legen, Dreck und Schäden an Autos und Wintergartendächern verursachen. Ein von der Aufsichtsbehörde in Auftrag gegebenes Gutachten erklärte den Ausstoß für gesundheitlich unbedenklich. Die Anwohner zweifelten das an, beauftragten einen eigenen Gutachter, der die Gefahr deutlich höher einschätzt.

Damit das neue Gutachten von allen anerkannt wird, setzen die Landtagsabgeordneten auf einen runden Tisch, deren Mitglieder sich auf die Messparameter und ein Verfahren einigen sollen. Laut Kerstin Lueckow, Sprecherin der Initiative, könnte es einen solchen Termin am 22. Februar geben. Die Initiative wartet allerdings nicht länger, sondern lässt Taten folgen. So ließ sie ein weiteres Gutachten hinsichtlich der Luftschadstoffbelastung anfertigen, das zu dem Ergebnis kommt, dass Messungen direkt im Schornstein nötig sind.