Quickborn

Nachwuchs stellt Können in Quickborn unter Beweis

Dieses Mal in der Kritik der Woche: das Rotarier-Neujahrskonzert unter dem Motto „Jung und verdammt gut“ im Artur-Grenz-Saal

Quickborn. Mit der Förderung Jugendlicher haben sich die Rotarier in Quickborn einen Schwerpunkt ihrer Arbeit gesetzt. Das traditionelle Neujahrskonzert verbindet dieses soziale Engagement mit einem hohen Musikgenuss. Unter dem Motto „Jung und verdammt gut“ konnten sich vier Nachwuchskünstler der ernsten Musik im Artur-Grenz-Saal der Comenius-Schule präsentieren. Sie nutzten die Chance auf hervorragende Weise.

Ausverkauft sei das Konzert, frohlockte der Quickborner Rotarier-Präsident Rolf-Peter Dröge, denn der Erlös soll den Grundstock für ein Kuratorium bilden, mit dem talentierte junge Künstler und Musiker mit Stipendien und bei Auslandskonzerten unterstützt werden sollen. Die Höhe des Erlöses stand am Sonntag noch nicht fest. Die Organisatoren peilten 10.000 Euro an.

In der Rolle des Stargastes des Abends durfte sich Asya Fateyeva fühlen. Die 26-Jährige hatte 2016 den Echo, den Musikpreis der Deutschen Phono-Akademie, in der Kategorie Nachwuchskünstlerin Saxofon gewonnen. Zahlreiche weitere Auszeichnungen dokumentieren die Hoffnungen, die mit der jungen Musikerin verbunden sind. Mit einem wunderbar warmen und feinen Ton weiß Fateyeva zu überzeugen, die von Valeriya Myrosh (25) kongenial begleitet wurde. Sie lotete die virtuosen Möglichkeiten des Instruments anfangs mit Bachs Concerto in g-Moll BWV 1056 aus. Gefühlvoller wurde es mit dem Südamerikaner Villa-Lobos, der mit der Aria Bachianas Brasileiras Nr. 5 dem deutschen Komponistengenius huldigte. Im zweiten Teil widmete sie sich mit der „Rhapsody in Blue“ von Gershwin dem Werk zwischen Symphonie und Jazz, das 1924 wesentlichen Anteil daran hatte, das vormals als Orchesterinstrument genutzte Saxofon in der Klassik als Soloinstrument zu etablieren. Herrlich voll und beschwingt ließ Asya Fateyeva die Töne fließen.

Ebenfalls eine Entdeckung wert ist die Violinistin Luise Wehr (20). Wie bei Asya Fateyeva und Valeriya Myrosh ist bei ihr zu hören, dass sich durch vielfältige Konzerterfahrungen bereits eine junge und doch erfahrene Künstlerin entwickelt hat. Begleitet von Alexander Vorontsov (21) am Klavier, ließ Luise Wehr mal feinfühlig, mal kräftig ihr Instrument erklingen, beherrschte die lauten wie die leisen Töne. Der 1. Satz im Violinkonzert e-Moll von Mendelssohn-Bartholdy und Ysayes Caprice d’apres l’Etude en forme de Valse de Saint-Saens gaben ihr die Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren.

Im zweiten Teil des Konzerts bakam auch Alexander Vorontsov eine Chance, seine Fähigkeiten am Klavier unter Beweis zu stellen. Mit Beethovens Sonate Nr. 23 mit dem Beinamen Appassionata op. 57 nutzte er die Chance vortrefflich.

Am 25. Februar singt Christoph Prégardien im Artur Grenz-Saal, Am Freibad 7, Franz Schuberts Winterreise, Beginn 18 Uhr, 25 Euro.