Pinneberg
Lutzhorn

Kein Anschluss mehr unter dieser Nummer

Nina Mittelmeier Lutzhorn

Nina Mittelmeier Lutzhorn

Foto: Burkhard Fuchs

Lutzhorner Fotografin Nina Mittelmeier ist verzweifelt, weil ihr Telefonanbieter ihr plötzlich zum Jahresende gekündigt hat.

Lutzhorn.  Nina Mittelmeier, die als selbstständige Fotografin für verschiedene Agenturen im In- und Ausland arbeitet, bangt um ihre Existenz. Ihr Internetanbieter O2-Telefonica hat plötzlich und unerwartet ihren Internetanschluss zum Jahresende gekündigt. Eine DSL-Verbindung mit 1,7 Megabit pro Sekunde scheint es dann für sie über das vorhandene Netz nicht mehr zu geben. Sie, die im Außenbereich von Lutzhorn lebt, ärgert sich sehr darüber.

Frühestens im Jahre 2018 könnten die Barmstedter Stadtwerke zu ihrem Haus einen Glasfaseranschluss legen. Zurzeit hat das Unternehmen nur den Kernbereich ihres Dorfes verkabelt. „So lange kann ich aber nicht warten. Ich bin auf das Internet angewiesen, sonst kann ich meinen Beruf nicht mehr ausüben“, sagt die junge Frau. Sie ist regelrecht verzweifelt.

Die offizielle Begründung dafür, dass ihr Anschlusses zum 28. Dezember abgeschaltet wird, hat sie erst Anfang dieses Monats erreicht. Sie lautet: „Aufgrund einer grundlegenden Umstellung unseres Netzes können wir Ihnen leider zukünftig kein DSL-Produkt mehr zur Verfügung stellen, mit dem Sie surfen und telefonieren können.“ So steht es in dem Schreiben von O2. Und weiter; Sie möge sich schnell einen anderen Anbieter suchen.

Das hat Nina Mittelmeier versucht. Doch weder Vodafone noch die Deutsche Telekom hätten ihr helfen, sondern lediglich einen analogen Anschluss zur Verfügung stellen können, sagt sie. Aber der wäre viel zu langsam für sie. Wenn sie als Fotografin hochauflösende Fotos versenden muss, brauche sie ein bestimmtes Datenvolumen, damit die Dateien auch in einer angemessenen Zeit den Adressaten erreichen. „Meine Eltern wohnen auch auf dem Grundstück und sind nicht davon betroffen“, sagt Nina Mittelmeier. Das verwundert sie einigermaßen.

Auf Nachfrage des Abendblatts zeigt O2-Telefonica-Sprecher Alexander Geckeler Verständnis für die Verärgerung der Lutzhornerin. Doch er könne nur die Kündigung wegen der viel zu kurzfristigen Ankündigung bis Ende Januar 2017 aufschieben. Ansonsten seien seinem Unternehmen technisch die Hände gebunden. Der Übergabe-Verteiler werde zum Februar 2017 abgebaut, sodass „eine Festnetzanbindung in unserem Netz ab diesem Zeitpunkt an der Adresse leider nicht mehr möglich ist“.

Die Deutsche Telekom bedauert auf Anfrage „die entstandenen Unannehmlichkeiten im vorliegenden Fall“, wie Sprecherin Michaela Weidenbrück sagt. Sie werde „sich um den Fall kümmern und den Kunden kontaktieren, um eine gemeinsame Lösung im Sinne des Kunden zu finden“.

Internet gibt’s vorerst nur übers Mobilfunknetz

Bislang ist das nicht geschehen. Nina Mittelmeier sitzt auf heißen Kohlen und hofft rasch auf einen guten Ausgang dieses Problems. „Wenn es sein muss, wechsle ich natürlich den Anbieter“, sagt sie. „Ich brauche ja den Anschluss.“ Notfalls müsse sie sogar auf Funktechnik umsteigen, auch wenn das dreimal so teuer wie bisher werden würde, wie sie erfahren habe. Das bestätigt Telekom-Sprecherin Stefanie Halle: „Wir, die Telekom, können den Kunden ein Produkt namens Call & Surf via Funk anbieten.“

Barmstedts Werkleiter Fred Freyermuth würde ihr ja gern helfen. „Aber wir können im Moment nichts tun, um die Ausschreibung des Amtes Rantzau nicht zu gefährden, das Fördergelder für die Glasfaseranschlüsse in den Außenbereichen beantragt hat.“ Aber, so Freyermuth: Ab 2018 könnte die Glasfaserleitung auch die hinterste Ecke in Lutzhorn erreicht haben.