Pinneberg
Elmshorn

Polizei stellt 3000 „Polenböller“ sicher

Ein Polizist des Landeskriminalamtes Hamburg zeigt einen sogenannten "Polenböller"

Ein Polizist des Landeskriminalamtes Hamburg zeigt einen sogenannten "Polenböller"

Foto: Bodo Marks / picture alliance / dpa

18-Jähriger soll bereits 2000 der hochgefährlichen Sprengkörper an Schulen der Stadt verkauft haben. Ermittler warnen vor Nutzung.

Elmshorn.  Die Polizei hat einem 18 Jahre alten Schüler aus Elmshorn das Handwerk gelegt, der einen schwunghaften Handel mit sogenannten Polenböllern betrieben hat. Offenbar hat der junge Mann die lebensgefährlichen Knallkörper heimlich an mehreren Schulen der Stadt verkauft. Nachdem die Schulleitung einer großen Gemeinschaftsschule Alarm geschlagen hatte, kam die Ermittlungsgruppe Jugend der Polizei dem Schüler auf die Schliche.

Am Mittwoch erfuhren die Polizisten, dass mehrere Schüler in den Pausen sowie nach dem Unterricht die illegalen Polenböller erworben hatten. Erste Ermittlungen bestätigten diesen Verdacht. Demnach gaben einige minderjährige Schüler an, die Knallkörper von einem 18-Jährigen gekauft zu haben, der sich dazu ganz in der Nähe des Schulhofs aufgehalten habe.

Einen Tag später gelang es den Ermittlern der Kripo Elmshorn, die gesuchte Person zu identifizieren. Es handelt sich demnach um einen 18 Jahre alten Elmshorner, der noch in der Stadt zur Schule geht und bei seinen Eltern wohnt. Daraufhin beantragten die Fahnder einen Durchsuchungsbefehl für die Wohnräume des jungen Mannes. „Wir haben dort 3000 der hochgefährlichen Sprengkörper sicherstellen können“, berichtet Polizeisprecher Nico Möller. Außerdem seien diverse leere Kartons gefunden worden. „Wir gehen davon aus, dass der Beschuldigte weitere 2000 Polenböller bereits verkauft hat“, so Möller weiter.

Welche Gewinne der junge Mann mit dem Verkauf erzielen konnte, weiß die Polizei nicht. Auch die Bezugsquelle der nicht für den Verkauf in Deutschland zugelassenen Böller kennen die Beamten bisher nicht. Möller: „Das müssen jetzt die weiteren Ermittlungen ergeben.“

Der Fund in dem Elternhaus des 18-Jährigen war derart brisant, dass die Polizei den Kampfmittelräumdienst zur Hilfe rief. Die zum Landeskriminalamt Schleswig-Holstein gehörenden Spezialisten transportierten die Böller ab. Der Elmshorner muss sich später vor Gericht wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verantworten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 18-Jährige seine Ware an mehreren Schulen Elmshorns verkauft hat. Sie warnen davor, diese Böller zu zünden. „Es besteht Lebensgefahr“, so Möller. Die Sprengkraft sei teilweise mit der einer Handgranate vergleichbar, es habe auch im Kreis Pinneberg Verletzte und Tote durch diese Böller gegeben. Eltern, die bei ihren Kindern Sprengkörper ohne CE-Kennzeichnung finden, sollten die Polizei unter 04121/80 30 kontaktieren. Außerdem sucht die Kripo weitere Abnehmer des 18-Jährigen.