Pinneberg
Adventskalender

Im Hotel Bokel-Mühle laufen die Vorbereitungen fürs Fest

Lucas Weitze, 18, Auszubildender in der Bokeler Mühle, macht die Zimmer für die Weihnachtsgäste fertig

Lucas Weitze, 18, Auszubildender in der Bokeler Mühle, macht die Zimmer für die Weihnachtsgäste fertig

Foto: Alexander Erich / HA

Wir öffnen 24 Türen im Kreis Pinneberg. Heute: Die Gastronomieexperten in der Bokeler Mühle müssen über Weihnachten alle arbeiten.

Bokel.  Mit dem Fahrstuhl gelangt Lucas Weitze ins Zimmer mit der Nummer 37. Die Suite im Hotel Bokel-Mühle ist eines der vier sogenannten Loftzimmer in der ersten Etage, über Weihnachten ist es wieder gebucht. Gemeinsam mit einem Kollegen bereitet der 18 Jahre alte Auszubildende das Doppelzimmer für die Gäste vor. Einmal komplett durchwischen und saugen, Vorhänge ausschütteln, das Doppelbett neu beziehen. Aus der Badewanne neben dem Bett können die Gäste direkt auf den Bokeler See blicken. „Ich durfte leider noch nicht darin liegen“ sagt Weitze und lacht. Zum Schluss legt er noch ein paar Tannenzweige und Weihnachtskugeln auf den Tisch.

Die Weihnachtsgäste beziehen ab heute ihre Zimmer, hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen weiter auf Hochtouren: Kaminholz schlagen, Geschirr polieren, neue Kerzen in die Kandelaber drehen – die Hotel-Angestellten haben einiges zu tun. „Die Arbeit macht aber sehr viel Spaß. Die Gäste sind zu Weihnachten freundlicher, das ist ein guter Ausgleich zum Stress“, sagt Weitze.

Nicht nur in der Suite mit Seeblick, sondern auch in anderen Zimmern bietet das Hotel den Gästen ein Sektfrühstück an. Auf einem großen Schlittentablett serviert Weitze dann Brötchen und Aufschnitt, Champagner und Kaffee.

Am meisten Zeit benötigt allerdings das Team in der Küche für die Vorbereitung des großen Buffets am Ersten und Zweiten Weihnachtstag. Bereits vor drei Wochen hat Chefkoch Oliver Sched bei den Lieferanten die wichtigsten Lebensmittel bestellt. Fast 100 Kilogramm Ente, 40 Kilogramm Tafelspitz und vieles mehr lagern in der Hotelküche. Die Karpfen für das Filet unter Kartoffelkruste bezieht die Bokel-Mühle direkt aus dem hauseigenen Mühlenteich. Auch der Rotkohl kommt nicht aus der Dose, sondern – feingeschnitten – vom Gemüselieferanten. In Rotwein, Essig und Gewürze wie Zimt haben Sched und seine sieben Mitarbeiter den Rotkohl eingelegt, vorgekocht und eingefroren.

Auch an den Weihnachtstagen haben sie viel zu tun. Ab 6 Uhr stehen Sched und seine Kollegen in der Küche. Das Büfett dauert von 11 bis 14 Uhr, der 41 Jahre alte Koch aus Augsburg rechnet damit, gegen 18 Uhr Feierabend machen zu können: „Der Küchenchef kommt als Erster und geht als Letzter.“

Am 24. Dezember bleibt die Küche dafür geschlossen. „Den Heiligabend sollen unsere Mitarbeiter zu Hause verbringen. An den folgenden Tagen sind sie dann hier, bei ihrer zweiten Familie“, sagt Kim Wietrzykowski. Gemeinsam mit Caroline Fuhrmann leitet sie seit 2010 den Hotelbetrieb. Inhaber der Bokel-Mühle ist Rainer Erich, der in fünfter Generation die Familientradition fortsetzt. Die Mühle ist seit 1880 in Familienbesitz und hat sich über mehr als ein Jahrhundert von einer landwirtschaftlich genutzten Mühle in einen Gastronomiebetrieb verwandelt.

Lucas Weitze muss als Auszubildender nur an einem Feiertag arbeiten. Am Sonntag wird er sich mit um das Büfett kümmern. Schon jetzt spekuliert der angehende Restaurantfachmann aus Westerhorn darauf, dass von dem Büfett am Ende des Tages etwas übrig bleiben wird: „Wenn Reste da sind, dürfen wir immer etwas mitnehmen.“