Pinneberg
Geschichte

„Pinneberg: vom Kaiserreich bis zur Republik“

Die Autoren: Johannes Seifert, Jürgen Eggert, Reinhard Schlifke und Wolfgang Domeyer, Leiter der Volkshochschule Pinneberg

Die Autoren: Johannes Seifert, Jürgen Eggert, Reinhard Schlifke und Wolfgang Domeyer, Leiter der Volkshochschule Pinneberg

Foto: Elvira Nickmann / HA

Die Geschichtswerkstatt gibt ihr sechstes Buch heraus. Es geht um die Pinneberger Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts

Pinneberg.  „In einem Buch kann man mehr beschreiben als in einer Ausstellung“, sagt Wolfgang J. Domeyer, Leiter der Volkshochschule (VHS) Pinneberg und Mitglied der seit 22 Jahren bestehenden VHS-Geschichtswerkstatt. Deren Mitglieder stellten, als sie vor zwei Jahren an einer Ausstellung des Pinneberg Museums zum Ersten Weltkrieg mitwirkten, fest: Es erschien notwendig, das Thema zu vertiefen und weiter zu erforschen.

Daraus entstand das neue Buch der Geschichtswerkstatt mit dem Titel „Pinneberg – Vom Kaiserreich zur Republik (1900–1923)“. Es ist das sechste Werk der Gruppe seit 1996 und umfasst nicht nur eine Fülle historischer Fakten, sondern auch die Auswirkungen der Umbrüche auf das tägliche Miteinander und die gesellschaftlichen Strukturen der Menschen im Ort Pinneberg. „Uns war bewusst, dass eine lokalhistorische Betrachtung des Krieges allein nicht reicht“, schreibt Domeyer in seinem Vorwort. Sieben Autoren recherchierten in städtischen Quellen, wälzten Unterlagen der Firma Ilo, sichteten Schulchroniken, Feldpostbriefe und Kriegstagebücher und andere Quellen. Ein zuvor nie veröffentlichter Text des früheren Schulleiters Klaus Bassen von 1935 und viele Fotos ergänzen ihre Kapitel.

Weiterer Band ist bereits in Arbeit

Einen besonderen Glücksfall stellten die Unterlagen der Firma Ilo dar, die bei Schließung des Betriebs an das Stadtmuseum übergegangen sind, sagt Domeyer. „Ich selbst habe in den 70er-Jahren zehn Jahre bei der Ilo als Personalleiter gearbeitet“, sagt Autor Jürgen Eggert, der das Kapitel „Kanonenfutter“ über die Rüstungsproduktion des Werks verfasst hat, das damals noch Norddeutsche Maschinenfabrik hieß. Das sei schwierig gewesen, „denn wenn man Herzblut in so einen Betrieb gesteckt hat, kann das den Blick trüben“.

Die Rüstungsbetriebe seien auch nach dem Krieg ein wichtiges Thema gewesen: „85 Prozent des Fertigungsvolumens waren für den Krieg bestimmt und mussten danach umgestellt werden.“ Über mangelnde Materialfülle kann sich das Team der Geschichtswerkstatt allerdings nicht beklagen. Für die Zeit ab 1923 bis zur Weimarer Republik ist bereits ein weiterer Band in Arbeit.

Das Buch ist in den Pinneberger Buchhandlungen für 15 Euro erhältlich.