Pinneberg
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Sanierung der Paasch-Halle wird extrem teuer

Die Ernst-Paasch-Halle in Pinneberg wurde wegen statischer Mängel gesperrt

Die Ernst-Paasch-Halle in Pinneberg wurde wegen statischer Mängel gesperrt

Foto: Bernd-Olaf Struppek

Seit Jahren erlaubt die Stadt Pinneberg einem Theaterverein, in einer offenkundig vom Einsturz bedrohten Turnhalle zu spielen.

Pinneberg.  Bei Urte Steinberg sitzt der Schock tief. Angesprochen auf die Nachricht von der vom Einsturz bedrohten Ernst-Paasch-Halle, weicht kurz die Farbe aus dem Gesicht der Pinneberger Bürgermeisterin. Das hat einen guten Grund: Jahrelang war den Schauspielern des Forum Theaters gestattet worden, in der ehemaligen Sporthalle ihre Stücke aufzuführen. Die Politik hatte das durchgewunken, um die drohende Heimatlosigkeit des Ensembles zu verhindern. Am Mittwoch dann die Expertise eines beauftragten Prüfstatikers, der die sofortige Sperrung der Halle empfahl, was Steinberg noch am selben Tag veranlasste. Bleibt eine Frage: Hat Pinneberg zuvor etwa fahrlässig Menschenleben aufs Spiel gesetzt?

Dass die Stadt einfach nur Glück gehabt hat, räumt Steinberg offen ein. „Ich bin froh und erleichtert, dass nichts passiert ist.“ Dass sie sich rückblickend etwas vorzuwerfen hat, glaubt sie nicht. Die Erkenntnisse des Statikers kämen überraschend. Zudem habe sie ohnehin nie ein Hehl aus ihrer Meinung zum von vielen Pinnebergern erwünschten Umbau der 1891 erbauten Halle zu einem Kulturzentrum gemacht: „Ich habe die Politik stets darauf hingewiesen, dass das schwierig wird.“ Auch habe sie mit der Kreisberufsschule schon vor längerer Zeit einen alternativen Spielort fürs Forum Theater vorgeschlagen.

Fakt ist, dass die Tragfähigkeit des Daches schon seit Jahren Thema ist. Das Forum Theater hat sogar eine Traverse angeschafft, weil am Dach nichts befestigt werden sollte. „Da ging es aber nur um die Balken“, so Steinberg. Nunmehr sei klar, dass niemand mehr belastbar sagen könne, wie viele Bitumen-Schichten überhaupt auf dem Gebäude lasteten. Steinberg kündigte am Donnerstag an, im Frühjahr eine Kostenprognose für eine Ertüchtigung der alten Halle vorzulegen – womöglich im Februar, wahrscheinlicher jedoch erst im April. Eine Fachfirma werde das Gebäude auf Herz und Nieren prüfen. „Eine Sanierung wird extrem teuer“, ist Steinberg überzeugt. „Da würden wir sicher die Million knacken.“ Für das Forum Theater könnte die Kreisberufsschule als Spielort in den Fokus rücken.