Pinneberg
Wedel

Aufsichtsrat befasst sich mit Ersatzlösung für Kraftwerk

Wie geht es mit dem Wedeler Steinkohlekraftwerk weiter?

Wie geht es mit dem Wedeler Steinkohlekraftwerk weiter?

Foto: Alexander Sulanke / HA

Hamburger Aufsichtsrat befasst sich mit einer Ersatzlösung. Wedeler fordern Entscheidung und ein Ende des Partikelregens.

Wedel.  Alle Jahre wieder stellt sich die Frage, was denn nun aus dem umstrittenen Wedeler Steinkohlekraftwerk wird. Für Montag, 12. Dezember, ist jetzt eine Aufsichtsratssitzung angesetzt, die sich einmal mehr mit dem Thema Ersatzlösung und Zukunft des Kraftwerks befassen wird. Ursprünglich sollte bereits Ende 2015 eine Entscheidung fallen. Sie wurde allerdings immer wieder verschoben. zahlreiche Gutachten und Dialoge später, gibt es nun Alternativ-Szenarien.

Die Entscheidung darüber, was auf Schleswig-Holsteinischem Grund am Ende passiert, fällt allerdings in Hamburg. 2019 soll das Fernwärmenetz samt Wedeler Kraftwerk, das derzeit dem Betreiber Vattenfall gehört, in den Besitz der Hansestadt übergehen.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier aus Hetlingen fordert in einer Erklärung von Donnerstag: „Nachdem man durch das politische Hin und Her auf der Hamburger Seite viel Zeit verloren hat, muss die Hansestadt jetzt endlich liefern. Ich erwarte von der Aufsichtsratssitzung nächste Woche ein verbindliches Signal, wie es mit dem Wedel-Ersatz weitergeht.“

Das wünschen sich auch die betroffenen Wedeler Anwohner, die sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben. Sie fordern zudem ein schnelles Ende des alten Kraftwerks. Das war in den vergangenen Wochen vor allem durch einen vermehrten Partikelausstoß negativ aufgefallen, dessen Ursache bis heute nicht geklärt werden konnte.

Unklar ist auch, inwieweit eine Gesundheitsgefahr von den Partikeln ausgeht. Das vom zuständigen Landesamt in Auftrag gegebene Gutachten kam zum Ergebnis, dass keine gesundheitlichen Auswirkungen für die Anwohner zu befürchten sind. Die Bürgerinitiative blieb skeptisch, kritisierte vor allem die zugrunde gelegten Messmethoden und beauftragte einen eigenen Gutachter. Der stellte der humantoxikologischen Partikeluntersuchung des Landesamts eine miserable Note aus. Er stellt die Untersuchungsmethoden, die genommenen Proben und die Ergebnisse infrage. Die Vorwürfe wiegen schwer.

Vom Landesamt gab es bislang dazu keine Stellungnahme. Laut Pressesprecher Martin Schmidt befasse man sich aber sehr intensiv mit der Kritik und warte noch auf Stellungnahmen vom TÜV Nord und dem beauftragten toxikologischen Institut. Vor Weihnachten wolle man Stellung beziehen.