Pinneberg
Adventskalender

Hier gibt es Zimtsterne nach Geheimrezept

Bäckermeister Michael Wolff mit einem Blech frischer Kekse

Bäckermeister Michael Wolff mit einem Blech frischer Kekse

Foto: Fabian Wieczorek / HA

Wir blicken hinter 24 Türen. Heute: Zu Besuch in der Backstube Münster`s, wo besonders vor Weihnachten großer Betrieb herrscht.

Prisdorf.  Bäckerin Svenja Löper hat alle Hände voll zu tun. Mit einer Sternform sticht sie den vor sich ausgerollten Teig aus und legt die noch rohen Kekse aufs Blech. Was in anderen Backstuben längst Maschinen übernehmen, wird in dieser Backstube weiterhin manuell erledigt. Ein zeitintensiver Aufwand, der sich im Ergebnis lohnen soll. „Unsere Zimtsterne sind etwas Besonderes und haben dafür auch ihren Preis“, sagt Michael Wolff, Leiter der Backstube Münster’s. Eine 100-Gramm-Tüte kostet 3,50 Euro. Von Oktober bis Weihnachten ist in Prisdorf Produktionszeit des würzigen Gebäcks.

„Sobald eine unserer Bäckereifilialen Bedarf meldet, liefern wir Nachschub.“ Den Teig müssen Wolff und seine sechs Kollegen rechtzeitig herstellen, da dieser ein bis zwei Wochen ruhen muss, um richtig durchzuziehen. Neben dem namensgebenden Gewürz der Zimtsterne und der später aufgetragenen Puderzuckerglasur geben die Bäcker noch einige ungewöhnliche Zutaten hinzu. Was genau, will der Backstubenleiter nicht verraten.

Nach dem Ausstechen kommen die rohen Kekse in den Ofen. „Unsere Bleche sind aus Massiveisen, sodass der Backvorgang nur knapp neun Minuten dauert“, sagt Wolff. Nach dem Abkühlen wird das fertige Gebäck verpackt und ist damit abholbereit für den Verkauf. Münster’s hat drei Fachgeschäfte in Pinneberg, Thesdorf und Wedel.

Michael Wolff ist seit 25 Jahren für das Unternehmen tätig, gelernt hat er beim hiesigen Konkurrenten Schlüter. Als Backstubenleiter ist er seit zehn Jahren für „das volle Programm“ zuständig: „Das geht vom Einkauf bis zur Qualitätskontrolle, auch die Urlaubsplanung übernehme ich.“

Mit dem Urlaub ist es als Bäcker so eine Sache: Während die Verkaufsfilialen an den Feiertagen schließen, muss in der Backstube weiterhin jemand sein, um andere Wiederverkäufer zu beliefern. Wolff übernimmt diesen Dienst zuverlässig: „Der Kapitän geht vorneweg. Außerdem mag ich diese Arbeit ja richtig gerne“, sagt der Bäckermeister. Wenn er am 25. Dezember von der Arbeit kommt, steht der Rest seiner Familie wahrscheinlich gerade erst auf. Am Neujahrstag steht für ihn die Inventur an. Doch es hat auch Vorteile, am Feiertag allein in der Backstube zu sein: „Dann mache ich mir immer schön laut Mucke an“, sagt Wolff grinsend. Bis es soweit ist, müssen alle Mitarbeiter fürs Weihnachtsgeschäft schuften. Neben den Zimtsternen bietet Münster’s im Advent die Berliner Krapfen wie auch den alljährlich begehrten Stollen an.

Bei der Auswahl setzt man bei Münster’s aufs Altbewährte: „Es gibt bereits Berliner mit Waldmeistergeschmack oder sogar RedBull-Füllung. Wir bleiben bei einer Marmeladensorte und befüllen dafür doppelt“, erzählt Michael Wolff. Tradition statt Innovation – so lautet die Auffassung des Familienunternehmens, welches Claus Münster im Jahr 1900 im Keller seines Hauses in Pinneberg-Thesdorf gegründet hat. Aktuell ist Holger Münster der Geschäftsführer der vierten Generation. Seine beiden Töchter sollen die Bäckerei einmal übernehmen.