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Kreis Pinneberg

Stau-Chaos auf A 23 soll im Februar enden

Foto: Rainer Burmeister

Seit Monaten herrscht auf der Autobahn 23 immer wieder Stillstand. Darum wird 2017 die Verkehrsführung geändert. Was das bringt:

Kreis Pinneberg.  Jeden Morgen dasselbe Bild: Stoßstange reiht sich an Stoßstange. Auf der Autobahn 23 geht es nur meterweise voran. Pendler, die aus dem Kreis Pinneberg kommend Hamburg ansteuern, sind die großen Verlierer des Autobahnausbaus auf Hamburger Gebiet. Tag für Tag schleppt sich die Blechlawine gen Süden, zuweilen staut es sich zurück bis nach Elmshorn.

Doch die Autofahrer dürften jetzt etwas optimistischer mit dem alltäglichen A-23-Irrsinn umgehen. Denn die Planer haben sich etwas ausgedacht. Voraussichtlich Ende Februar wird die Verkehrsführung geändert. Dann soll die im Frühjahr eingerichtete Verengung vor dem Autobahnkreuz Nordwest um ein gutes Stück weiter in Richtung Süden verlegt werden. Zudem gibt es neue Regeln für den Lkw-Verkehr.

Bislang galt für Laster auch kurz hinter dem Autobahnkreuz bereits das Gebot, rechts zu fahren und in der Baustelle nicht zu überholen. Folge ist, dass von der A 7 kommende Brummifahrer gleich hinter dem Kreuz die Spur wechseln müssen – und den von der A 23 kommenden Fahrzeugen ins Gehege kommen. Das stört den Verkehrsfluss und verschärft die Gefahr von Unfällen. Nun ist geplant, den Lkw das Fahren auf der mittleren Spur zu gestatten. „Bis auf Höhe Langenfelder Brücke dürfen sie dort bleiben“, so Verkehrskoordinator Gerhard Fuchs. „Wir verbessern somit die Einfädelungssituation am Kreuz“, sagt er.

Geht es um die Koordination der Baustellen und die länderübergreifende Planung, laufen bei Fuchs die Fäden zusammen. Noch bis Ende des Jahres ist er als „Baustellen-Kümmerer“ unterwegs. Fuchs war am Mittwochabend in Rellingen zu Gast, stand dort Vertretern der Wirtschaft Rede und Antwort und appellierte an Unternehmer, für die sich die Staufallen A 23 und A 7 auch finanziell negativ auswirken, um Verständnis. Die aktuelle Belastung sei nicht wegzudiskutieren. Allerdings sei das Problem absehbar. Nach Abschluss der Bauarbeiten werde sich die Situation „wesentlich verbessern“. 2020 sollen Autofahrer von der A 23 kommend auf zwei Spuren nach Hamburg einfahren, während die A 7 über drei Spuren verfügen wird.

Für Rellingens Wirtschaftsförderer Harald Poppner ist das aktuelle Stauchaos im südlichen Schleswig-Holstein fraglos ein Standortnachteil. Schließlich ist es seine Aufgabe, Unternehmen zu halten – und womöglich weitere Firmen anzulocken. Doch auch Poppner blickt optimistisch in die Zukunft, bemüht eine bildhafte Sprache: „Wenn ein Zahn schmerzt, muss eben etwas getan werden“, sagt er. Nach dem Autobahnausbau werde sich das aktuelle Leid auszahlen. „Wenn wir heute mit interessierten Unternehmen über Neuansiedlungen in Rellingen sprechen, blicken wir ohnehin zwei bis drei Jahre in die Zukunft.“ Somit könne er schon jetzt damit werben, dass sich die Lage rund um das Autobahnkreuz Nordwest auf Sicht erheblich entspannen werde.

Zunächst aber werden Auto- und Brummifahrer aus dem Kreis Pinneberg noch einmal ganz starke Nerven benötigen. Wie Fuchs bestätigt, ist für die Zeit von Ende Juli bis Ende August 2017 die Sanierung der A 23-Fahrbahn Richtung Heide geplant. Dann wird der Verkehr Richtung Norden zeitweise auf eine Spur verengt. Im vergangenen Sommer hatte das Land Schleswig-Holstein in entgegengesetzter Richtung Flüsterasphalt verlegt – was auf Autobahn und Landstraßen zu massiven Verkehrsbehinderungen geführt hatte.