Pinneberg
Kreis Pinneberg

Städte mustern Stromfresser-Laternen aus

Am Tornescher Weg in Uetersen leuchten bereits helle LED-Lampen. Alte Strom fressende Lampen, wie etwa auf dem Parkplatz des dortigen Supermarktes, verschwinden allmählich aus dem Stadtbild

Am Tornescher Weg in Uetersen leuchten bereits helle LED-Lampen. Alte Strom fressende Lampen, wie etwa auf dem Parkplatz des dortigen Supermarktes, verschwinden allmählich aus dem Stadtbild

Foto: Fabian Schindler / HA

Alte Quecksilberdampf-Lampen weichen moderner, sparsamer LED-Technik. Einige Kommunen sind noch am Anfang, andere fast fertig.

Kreis Pinneberg.  Die Tage des Stromfressers HQL sind gezählt: Für die energieintensiven Hochdruck-Quecksilberdampf-Lampen, die immer noch den Großteil der deutschen Straßen säumen, wird die Zahl der zur Verfügung stehenden Ersatzleuchtröhren immer geringer. Seit einem EU-Beschluss vom April 2015 müssen HQL-Lampen neue, strengere Energieeffizienzwerte aufweisen, sonst dürfen sie nicht mehr vertrieben werden.

Das macht sie unattraktiv und damit zunehmend teuer auch in der Anschaffung, sodass die Kommunen im Kreis Pinneberg vermehrt auf LED-Beleuchtung umsatteln.

In Uetersen werden bereits 24 Prozent der 1704 Lampen in der Stadt mit energiesparenden LED-Lampen betrieben, die zudem eine bessere Ausleuchtung als HQL-Lampen bieten. Rund 900 Straßenlampen gelten in der Rosenstadt aber noch als veraltet und damit ineffizient. Sie sind im Durchschnitt 28 Jahre alt, einige sind sogar noch aus den 50erJahren. Diese Lampen sind bald abgängig, müssten also ohnehin gegen neue ausgetauscht werden.

Die Stadtverwaltung überlegt daher, die Straßenbeleuchtung nun komplett auf LED umzustellen. Der Vorteil liegt für Uetersen auf der Hand: Langfristig kann die Stadt so rein rechnerisch ihre Strombilanz signifikant verbessern und damit in logischer Konsequenz den strapazierten Finanzhaushalt entlasten. Die etwa 715.000 Euro, die die Stadt für eine weitere Umrüstung in die Hand nehmen müsste – mögliche Fördermittel noch gar nicht mit eingerechnet –, könnten sich in etwa sechs Jahren amortisieren.

Bislang zahlt Uetersen knapp 125.000 Euro im Jahr für die Straßenbeleuchtung. Mit den LED-Lampen könne die Rosenstadt laut Berechnungen der Firma Pohl aus Hohenwestedt die Stromkosten auf knapp 30.000 Euro reduzieren. Das entspricht einer Einsparung von rund 76 Prozent. Dass diese Zahlen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigt ein Blick in die Stadt Schenefeld. Dort ist die Umrüstung auf LED bereits im vollen Gange. Sehr zur Zufriedenheit der Stadtverwaltung.

„Wir haben im Jahr 2015 etwa 80.000 Euro an Stromkosten durch den Austausch eingespart“, sagt Helge Feber, Fachdienstleiter Bauen der Stadt Schenefeld. 2017, spätestens 2018 sollen die letzten Straßenlampen auf LED-Technik umgerüstet werden. Rund 900 Straßenlampen seien noch auf dem Arbeitsprogramm. „Wegen der sich abzeichnenden veränderten Rechtslage haben wir bereits 2013 mit dem Austausch der HQL-Lampen begonnen“, sagt Feber.

„Wir haben lieber vorgegriffen, anstatt später im Dunkeln zu stehen“, sagt er. Denn der Vorrat an HQL-Leuchten nehme stetig ab. Das Projekt rechne sich. In Schenefeld wird mit einer Amortisation innerhalb von sieben Jahren gerechnet – auch hier ohne Berücksichtigung möglichen Fördergeldes, das bei einer Umrüstung beantragt werden kann.

In Elmshorn wird auch bereits auf LED umgerüstet, jedoch wird dort die Investition klar von dem im Haushalt zur Verfügung stehenden Geld abhängig gemacht. Ziel ist es laut dem Elmshorner Amt für Flächenmanagement, möglichst ganze Straßenzüge in einem Rutsch umzurüsten. Ähnlich in Wedel. Dort ist die Stadt ebenfalls dabei, schrittweise während Straßenbauarbeiten neue LED-Lampen zu installieren. Eine langfristige Umrüstung der ganzen Stadt sei Konsens. Doch angesichts der angespannten Finanzlage könne das Vorhaben nicht so schnell angegangen werden wie gewünscht, sagt Birgit Woywod, Leiterin des Fachdienstes Bauverwaltung.

Auch in Pinneberg sind die ersten LED-Lampen im Einsatz, „ohne dass die Stadt jetzt ein großes Austauschprogramm gestartet hätte, wie Sprecher Stefan Krappa sagt. Unter anderem entlang der Friedrich-Ebert-Straße, am neuen P+R-Platz am Bahnhof, an der Generaloberst-Beck-Straße und an der Leuschnerstraße seien sie schon im Einsatz. Krappa: „Immer, wenn wir ohnehin austauschen müssen, prüfen wir auch LED-Technik.“

In Tornesch geht die Stadtverwaltung das Thema entspannt an. „LED-Umrüstung ist bei uns noch nicht das große Thema“, sagt Sylvia Köhn vom Bauamt.

Erst zwei Straßenzüge seien bislang umgerüstet worden. „Es ist eine Testphase. Wir wollen sehen, wie langlebig die Lampen in der Praxis sind, bevor wir komplett umrüsten“, sagt Köhn. Ein Handlungsdruck sieht das Tornescher Bauamt bislang nicht.