Pinneberg
Baustelle

Neue Probleme am Pinneberger Amtsgericht

Bettina Morik vor dem mit Bauzaun und Plane abgesperrten Bereich

Bettina Morik vor dem mit Bauzaun und Plane abgesperrten Bereich

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Nachdem die langwierige Sanierung fast abgeschlossen ist, wird ein anderer Teil des Pinneberger Gebäudes zur Baustelle.

Pinneberg.  Seit April 2015 ist das Amtsgericht in Pinneberg eine Großbaustelle. Mit elf Monaten Verspätung soll die Sanierung Ende November endlich abgeschlossen sein. Doch den lärmgeplagten 130 Mitarbeitern droht neues Ungemach: An anderer Stelle des 1976 errichteten Gebäudes ist ein weiteres Problem aufgetreten, das sofort beseitigt werden muss. „Wir rechnen damit, dass diese Arbeiten sich bis Sommer 2017 hinziehen werden“, sagt Bettina Morik, die Direktorin des Amtsgerichts.

Die neue Problemzone des alten Gebäudes ist die – von der Moltkestraße aus gesehen – rechte untere Hälfte. Sie ruht auf Betonstützen, weil sich dort die Parkplätze der Mitarbeiter unterhalb des Gebäudes befinden. „Es gab Abplatzungen bei mehreren der Stützen“, erläutert Morik. Sofort sei untersucht worden, ob es dadurch zu Problemen mit der Gebäudestatik kommen könnte.

„Hier können wir Entwarnung geben. Die Statik ist nicht gefährdet“, sagt Morik. Allerdings sei inzwischen klar, dass die Abplatzungen sofort beseitigt werden müssten. „Wie genau ist allerdings nicht klar“, bedauert Morik. Zwar liege ein erstes Gutachten dazu vor, allerdings solle noch eine weitere Expertise erstellt werden.

Der betroffene Bereich ist inzwischen mit Bauzäunen und Planen eingerüstet. Damit stehen für die Mitarbeiter weiterhin keine Parkplätze am Gebäude zur Verfügung. „Das ist ein Riesenproblem“, sagt Morik. Angesichts der Großbaustelle auf dem benachbarten ehemaligen Kreishausareal und der damit verbundenen Parkplatznot im Umfeld des Gerichts hätten viele Mitarbeiter auf eigene Kosten Stellplätze in der Umgebung gemietet, die sie nun auch weiterhin anmieten und bezahlen müssten.

Wann genau das zweite Gutachten vorliegt, weiß Morik nicht. Eine Möglichkeit der Problemlösung wäre, die Pfeiler bis auf das Stahlskelett per Presslufthammer vom Beton zu befreien und dann eine neue Betonverschalung zu gießen. „Das kann wahnsinnig laut werden“, befürchtet die Direktorin. Der Lärm hatte die Mitarbeiter bereits bei der im April 2015 gestarteten Fassadensanierung nahezu in den Wahnsinn getrieben, als die alte Fassade mittels Presslufthämmern abgestemmt werden musste. Zwar konnten die Richter für die Verhandlungen in die Räume der ehemaligen Akad-Hochschule am Rathaus ausweichen, die Büroarbeiten fanden jedoch weiter im Amtsgerichtsgebäude an der Moltkestraße statt.

Dort ergaben Lärmmessungen Werte von 100 Dezibel. Als die Mitarbeiter einen Brandbrief an das Ministerium verfassten, wurden lärmfreie Zeiten eingerichtet. So durften die Bauarbeiter erst um 12 Uhr mittags anfangen. Als Folge konnte die Sanierung nicht wie geplant Ende 2015 abgeschlossen werden. Als neuer Termin wurde Ende August 2016 genannt, das Übergangsquartier in der Akad sollte Ende September aufgegeben werden.

Probleme, unter anderem mit der Elektrik, ließen jedoch auch diesen Zeitplan zur Makulatur werden. „Jetzt können wir aber mit Sicherheit sagen, dass alle Gerichtsverhandlungen ab dem 1. Dezember wieder in unserem Gebäude an der Moltkestraße stattfinden können“, sagt Morik. Das Mobiliar werde am 29. und 30. November transferiert, weitere eingelagerte Möbel würden bereits wieder an ihrem angestammten Platz stehen.

Im Saaltrakt im ersten Stock des Amtsgerichts stehen künftig neun statt wie bisher sechs Säle für Verhandlungen zur Verfügung. Das wurde möglich, weil Beratungszimmer aufgegeben und Säle verkleinert wurden.