Pinneberg
Politik

Wildes Geschacher um das Pinneberger DRK-Heim

Foto: Andreas Daebeler

Streit um Grundstück: Politik liegt Vergleich eines Güterichters vor. Stimmt Politik zu, überweist Pinneberg dem DRK 627.500 Euro.

Pinneberg.  In Pinneberg gammelt ein früheres DRK-Altenheim in Top-Lage vor sich hin. Bereits seit 2011 steht das Gebäude am Rehmen leer. Unmittelbar am Stadtwald gelegen, hat sich in den vergangenen Jahren ein Zoff zwischen Rotem Kreuz und Stadt entsponnen, der zuletzt sogar das schleswig-holsteinische Oberlandesgericht beschäftigte.

Pinneberg hatte das Grundstück in den 60er-Jahren dem DRK überlassen, fordert es nun zurück. Das Rote Kreuz will Geld sehen. Ein Mediationsverfahren könnte jetzt zur Folge haben, dass die Kuh vom Eis kommt. Der zuständige Güterichter schlägt einen Vergleich vor. Stimmt die Politik zu, überweist Pinneberg dem DRK 627.500 Euro. Zudem wird dem Roten Kreuz ein bislang nur verpachtetes Grundstück am Hafen ganz überlassen.

Der Streit um das 16.000 Quadratmeter große Grundstück am Fahlt schwelt seit 2012. Pinnebergs Politiker hatten dem Roten Kreuz nach Schließung des Altenheims zunächst den Bau von Sozialwohnungen am Standort verwehrt. Dennoch hatte das DRK 2015 angeboten, das Gelände für einen Kaufpreis von 750.000 Euro abzugeben, um der Stadt Pinneberg die Unterbringung von bis zu 150 Asylbewerbern zu ermöglichen. Nach viel Hin und Her hatte die Politik sich gegen den Deal entschieden. Die Stadt klagte auf kostenlose Rückübertragung des für Wohnungsbauer hochattraktiven Areals am Waldrand. Doch Pinneberg scheiterte am Landgericht. Das DRK könne mit 1,25 Millionen Euro rechnen, das sei der ermittelte Sachwert des Gebäudebestands, den es zu entschädigen gelte, so die Richter im März dieses Jahres.

Ergebnis des anschließenden Mediationsverfahrens ist nun besagtes Kopplungsgeschäft. Laut Güterichter hat das bislang nur an das Rote Kreuz verpachtete Grundstück am Hafen einen Wert von 210.000 Euro. Die „Ablöse“, die die Stadt Pinneberg für die Flächen am Rehmen zahlen würde, summierte sich somit auf insgesamt 837.500 Euro. Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, den Vergleichsvorschlag anzunehmen. Bessere Ergebnisse seien in einem Mediationsverfahren nicht zu erwarten. Alternative sei nur, das Klageverfahren fortzusetzen. Die Ratsversammlung hat in ihrer Sitzung am Donnerstag, 24. November, (18.30 Uhr, Rathaus) in vertraulicher Sitzung das letzte Wort.